Solarmodule außen vor

Elektrogeräte sollen künftig weniger Gift enthalten

Elektrogeräte sollen in der Europäischen Union künftig weniger giftige Substanzen enthalten. Eine entsprechende Neuregelung verabschiedete das Europaparlament endgültig am Mittwoch in Straßburg. Solarmodule sind allerdings ausdrücklich von der Regelung ausgenommen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Straßburg (afp/red) - Die Neuregelung soll für alle elektrischen und elektronischen Geräte geltend, allerdings erst nach einer Übergangszeit von acht Jahren. Damit soll die Industrie ausreichend Zeit für eine Umstellung auf alternative Substanzen erhalten.

Ausgenommen von den neuen Vorschriften werden Solarstrom-Module, die weiterhin das giftige und als krebserregend eingestufte Cadmium-Tellurid enthalten dürfen. Ausnahmen sollen auch dann möglich sein, wenn es keine "wirksamen Alternativen" zu bestimmten gefährlichen Stoffen gibt.

Die Neuregelung wird etwa Blei und Quecksilber, deren Verwendung bereits eingeschränkt ist, aus allen elektrischen und elektronischen Geräten verbannen. Außerdem sind neue Beschränkungen vorgesehen, beispielsweise für bestimmte Flammschutzmittel und Weichmacher, die Krebs erregen, das Erbgut verändern oder die menschliche Fortpflanzungsfähigkeit einschränken können. Die Vorschriften gelten auch für Hersteller in Drittländern, die ihre Produkte in der EU vermarkten wollen.

Einige Abgeordnete kritisierten die Ausnahmeregelung für Fotovoltaik-Module, die vor allem dem US-Weltmarktführer First Solar zugute kommt. Hier habe eine Lobby erfolgreich ihre "eigenen Interessen" durchgesetzt, bedauerte der FDP-Abgeordnete Holger Krahmer.