Elektrizitätswirtschaft: Grundkonsens bei Tarifverhandlungen

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In der gestrigen vierten Tarifrunde konnte nach langen und schwierigen Verhandlungen zwischen dem Arbeitsgeberverband der Elektrizitätswerke Baden-Württemberg und den Gewerkschaften ein Grundkonsens erzielt werden. So ist die Arbeitgeberseite hinsichtlich der Vergütung neu eintretender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Gewerkschaften weit entgegen gekommen. Statt der geforderten zweiten Tarifebene ist eine Gesamttabelle vorgesehen. Dabei wird die bestehende Tariftabelle um vier Eingangsstufen erweitert, die bei 84 Prozent der bisherigen Anfangsstufen beginnen. Die vier Eingangsstufen sind nach acht Jahren durchlaufen. Die Eingruppierung der neu Eintretenden erfolgt eine Vergütungsgruppe unter der bisherigen. D. h., dass die Zuordnung der Tätigkeitsmerkmale zu den Vergütungsgruppen jeweils eine Gruppe niedriger erfolgt (Beispiel: bisherige Eingruppierungsbandbreite Gruppe 4 - 7 bedeutet neu 3 - 6). Darüber hinaus sollen die Tätigkeiten im Vergütungsgruppenverzeichnis aktualisiert werden. Für neu Eintretende endet die Tariftabelle in jeder Vergütungsgruppe in Vergütungsstufe 14. Die Auszubildenden mit Ausbildungsende bis Februar 2001 werden nach den für die bereits Beschäftigten geltenden Regeln eingruppiert.


Der gekündigte Manteltarifvertrag wird mit folgenden Maßgaben wieder in Kraft gesetzt: Die tariflichen Regelungen zur flexiblen Arbeitszeit werden in den Manteltarifvertrag integriert. Ein Wahlrecht zwischen Auszahlung der Überstunden und Überstundenzuschläge einerseits und Zeitausgleich andererseits über den 30. Juni 2000 hinaus kann durch Betriebsvereinbarung geregelt werden. Neueintritte nach dem 30. Juni 2000 erhalten Mehraufwendungen für Verpflegung (Reisekostensätze) mit den jeweiligen lohnsteuerlichen Pauschbeträgen ersetzt. Es ist vorgesehen, die Laufzeit des Manteltarifvertrags an die Laufzeit des Vergütungstarifvertrags anzupassen. Die Gewerkschaften werden diesen Grundkonsens mit den Vertrauensleuten in den Betrieben erörtern. Nach Zustimmung durch die Gewerkschaften wird die Arbeitgeberseite ein Angebot zum Vergütungstarifvertrag vorlegen. Als Verhandlungstermine sind der 14. August und der 11. September 2000 vorgesehen.