640 Gigawattstunden

Electrabel: Strom für Berlin kommt aus Gera

Die Electrabel Deutschland AG und ihr Tochterunternehmen Energieversorgung Gera werden ab 2005 jährlich 640 Gigawattstunden Strom nach Berlin liefern. Abnehmer dort sind unter anderem das Berliner Abgeordnetenhaus, die Universitäten, Bäder und Kliniken sowie die Staatsoper, der Zoo und das Brandenburger Tor.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Gera (ddp-lth/sm) - Die in Berlin ansässige Electrabel Deutschland AG und ihre Tochter, die Energieversorgung Gera GmbH (EGG), konnten sich bei einer europaweiten Ausschreibung des Landes Berlin gegen zehn Mitbewerber durchsetzen, sagte der kaufmännische Geschäftsführer der EGG, Arno Spies, am Donnerstag in Gera. Dort war der Vertrag zwischen dem Geraer Energieversorger und dem Mutterunternehmen unterzeichnet worden.

Die beiden Partner werden jährlich etwa 640 Gigawattstunden in die Bundeshauptstadt liefern und damit rund 70 Prozent von deren Strombedarf decken. Abnehmer dort sind unter anderem das Berliner Abgeordnetenhaus, die Universitäten, Bäder und Kliniken sowie die Staatsoper, der Zoo und das Brandenburger Tor. Der Geraer Energieversorger, ein Unternehmen der Stadtwerke Gera (SWG) AG, wird annähernd die Hälfte des umweltfreundlichen, atomfreien Stroms liefern, produziert im ebenfalls zur SWG gehörenden Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk.

Den Rest werde die Electrabel AG zukaufen, sagte deren Vorstandvorsitzender Erik von Scholz. Seinen Worten nach sind weitere solcher Verträge geplant. Bis Mitte dieses Jahres würden sicher noch 20 weitere größere Kunden akquiriert, zeigte er sich zuversichtlich. Die Electrabel Deutschland AG, eine Tochter des belgischen Konzerns Electrabel S.A., hat nach eigenen Angaben aktuell 350 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von 278 Millionen Euro.

Das Unternehmen hatte Ende 2001 je 49,9 Prozent der Anteile an der Energieversorgung Gera GmbH und der Kraftwerke Gera GmbH von der Stadtwerke Gera AG übernommen. Stromlieferung nach Berlin sichere nicht nur Arbeitsplätze in Gera, betonte Spies. Wenn alles gut laufe, werde man auch über Neueinstellungen nachdenken können.