Katastrophe

Elbe-Hochwasser: Umspannwerk droht abzusaufen

Das Hochwasser der Elbe wandert unaufhörlich weiter. Vor allem Sachsen-Anhalt ist derzeit betroffen. Auch Norddeutschland bereitet sich auf das Schlimmste vor. In Magdeburg wird ein Umspannwerk von den Wassermassen bedroht. Vielerorts musste der Strom abgeschaltet werden. Die Pegelstände übertreffen teilweise noch 2002.

Überschwemmung© mediaagentur / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Die Flutwelle der Elbe bewegt sich weiter Richtung Norden und bricht dabei immer neue Rekorde. In Magdeburg stieg der Pegelstand am Sonntag auf die historische Höchstmarke von 7,46 Metern. Am frühen Montagmorgen entspannte sich die Lage in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt minimal, die Pegel zeigten 7,24 Meter an. Im Landkreis Stendal brach allerdings ein Deich. Mehr als 1000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.

Stromausfall hätte fatale Folgen

In Magdeburg war weiterhin ein Umspannwerk von den Wassermassen bedroht. Die Anlage im Stadtteil Rothensee ist für die Stromversorgung einer Pumpstation, die das Abwasser der Stadt in eine nahe gelegene Kläranlage befördert, von entscheidender Bedeutung. Bei einer Notabschaltung des Umspannwerks könnten auch viele der Pumpen ausfallen, die pausenlos durchsickerndes Wasser hinter den Deichen in die Elbe zurückpumpen. Auch wenn Bundeswehr und andere Hilfsorganisationen eigene Stromversorger dabei haben, hätte ein Stromausfall fatale Folgen für die Stadt.

Im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt brach gegen Mitternacht ein Deich auf einer Länge von rund 50 Metern. Nach Angaben des Krisenstabs mussten mehr als 1400 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die Lage war in der Nacht jedoch teils unübersichtlich. Auch in Brandenburg spitzte sich die Lage wegen des Deichbruchs zu. Am Montagmorgen sollten rund 450 Feuerwehrleute und Soldaten der Bundeswehr damit beginnen, in Nähe der Landesgrenze einen Notdeich zu errichten. Damit soll verhindert werden, dass die Wassermassen in die Havel fließen können. Menschen seien dort aber noch nicht gefährdet.

Höhere Wasserstände als 2002

Unterdessen steigen auch die Pegelstände der Elbe in Brandenburg unaufhörlich. In Wittenberge erreichte der Fluss am Sonntagnachmittag einen historischen Höchststand von 7,85 Metern. Am Montag wird ein Wasserstand von 8 Metern erwartet, bis Dienstag sollen es 8,20 Meter sein - so viel wie nie zuvor. 2002 bei der Jahrhundertflut wurde am Pegel in Wittenberge ein Wert von 7,34 erreicht.

Niedersachsen erwartet den Hochwasser-Scheitel der Elbe ebenfalls noch. In Schnackenburg und Hitzacker wurden schon am Sonntag neue Rekordwerte erreicht. Die von Elbe und Jeetzel umflossene Altstadtinsel von Hitzacker wurde bis Sonntagabend evakuiert, rund 280 Anwohner verließen ihre Wohnungen. Dort und in anderen Gemeinden fällt wegen des Hochwassers am Montag an zahlreichen Schulen der Unterricht aus.

Im Norden wappnet man sich

Auch in Schleswig-Holstein bereiten sich die Menschen auf den Scheitelpunkt des Elbe-Hochwassers vor. Bis Montagfrüh sollte die hochwassergefährdete Unterstadt von Lauenburg geräumt werden. Nach offiziellen Angaben hatten bereits am Sonntag viele der rund 400 betroffenen Anwohner das Gebiet verlassen.

Die Behörden haben den erwarteten Höchststand am Sonntag noch einmal um fünf Zentimeter nach oben korrigiert. Am Donnerstag soll der Pegel in Hohnstorf (Landkreis Lüneburg) auf der anderen Elbeseite von Lauenburg bei 10,15 Meter stehen. Höchster jemals gemessener Wasserstand in Hohnstorf waren 9,88 Meter.

Quelle: DPA