Stellungnahmen

EKD und Robin Wood: Widerstand gegen Atomkraft

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will die Bundesregierung darin bestärken, am Ausstieg aus der Kernenergie festzuhalten. Unterdessen forderte die Umweltschutzorganisation Robin Wood von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD), Gorleben als Atommüllendlagerstandort endgültig auszuschließen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Würzburg/Bremen (ddp/sm) - Laut einem Beschlussvorschlag vom Mittwoch soll der Rat der EKD darauf hinwirken, "dass auch auf europäischer Ebene keine weiteren Kernkraftwerke gebaut werden".

Erinnert wird an einen Beschluss der EKD-Synode aus dem Jahr 1987, in dem die Kernkraft wegen der "nicht mit Sicherheit beherrschbaren Gefahren der gegenwärtigen Kernenergiegewinnung" schon einmal abgelehnt wurde. Diese Form der Energieerzeugung sei "mit dem biblischen Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren nicht zu vereinbaren", heißt es in dem Beschlussvorschlag.

Robin Wood teilte min Bremen mit, der Salzstock in Gorleben sei "nachweislich nicht geeignet, den für Millionen Jahre strahlenden Müll sicher von der Atmosphäre abzuschirmen". Es sei deshalb unverantwortlich, weiterhin Atommüll "nach Gorleben karren zu lassen".

Der nächste Transport von Atommüll aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague wird voraussichtlich am Freitagabend im französischen Valognes losfahren und am Sonntag das Wendland erreichen. Robin Wood kündigte an, sich an Demonstrationen entlang der Transportstrecke sowie in Gorleben zu beteiligen.

Die Umweltorganisation verweist darauf, dass bereits 68 Behälter mit hochradioaktivem Abfall aus Atomkraftwerken in einer oberirdischen Zwischenlagerhalle in Gorleben stehen. Mit dem jetzigen Castortransport sollen zwölf weitere hinzukommen.

Gebraucht werde ein sicherer Endlagerstandort, sagte die Energieexpertin von Robin Wood, Bettina Dannheim. Die Erfahrungen mit dem Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel zeigten, wie leichtfertig unhaltbare Sicherheitsversprechen gemacht würden. "Asse war als Endlager für Atommüll nicht geeignet. Der Salzstock in Gorleben ist es auch nicht", sagte Dannheim. Wer diese Fakten nicht sehen wolle, gefährde wissentlich die Gesundheit nachfolgender Generationen.