Zwischenlager

Einigung zum Atommüll: Bayern nimmt Castoren auf

Auch der Freistaat Bayern wird Castor-Behälter aus Frankreich und England im Zwischenlager Isar aufnehmen. Das ist das Ergebnis eines Spitzengesprächs in München, bei dem sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Ministerpräsident Horst Seehofer einigen konnten.

Atomstrom© dasglasauge / Fotolia.com

Berlin (red) – Was die Rücknahme der Castor-Behälter aus den Wiederaufbereitungsanlagen in Frankreich und England angeht, kam es endlich zu einer Einigung zwischen der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer verständigten sich bei einem Spitzengespräch in München darauf, dass ein Teil der rückzuführenden 26 Castor-Behälter im Standortzwischenlager Isar eingelagert wird.

Vier Lagerstätten für die Castor-Behälter

Das Bundesumweltministerium und die Energieversorgungsunternehmen (EVU) hatten sich im Juni auf gemeinsame Eckpunkte für die Rückführung der Castor-Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und England verständigt. Das Konzept sieht vor, dass die 26 Castor-Behälter auf insgesamt vier Zwischenlager verteilt werden sollen. Nachdem bereits Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Hessen zugesagt hatten, ebenfalls einen Teil der Castoren zu übernehmen, kann das Konzept nunmehr umgesetzt werden.

Verteilung des radioaktiven Abfalls aus Frankreich

In einer von beiden Seiten unterzeichneten Erklärung bekräftigen das Bundesumweltministerium und Bayern, dass das von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vorgelegte Konzept für die Rückführung nunmehr durch die Energieversorgungsunternehmen konsequent umgesetzt werden soll, so das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Darin ist vorgesehen, dass im Standortzwischenlager Philippsburg in Baden-Württemberg die fünf Behälter mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in La Hague/Frankreich aufbewahrt werden sollen. Auf die Zwischenlager an den Standorten Biblis (Hessen), Brokdorf (Schleswig-Holstein) und Isar (Bayern) sollen jeweils sieben Castoren mit verglasten radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung in Sellafield/Großbritannien verteilt werden.

Ab 2018 startet auch der Rücktransport aus Großbritannien

Die Rückführung soll entsprechend der Vertragslage der deutschen EVU mit den ausländischen Wiederaufarbeitungsunternehmen sukzessive erfolgen. 2017 ist zunächst der Transport der fünf Behälter aus Frankreich geplant, ab 2018 bis 2020 sollen drei Transporte aus Großbritannien erfolgen. Die Anträge auf Transport und Einlagerung der Castor-Behälter müssen die EVU stellen. Die Genehmigungsverfahren laufen beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).