Aktuelle Studie

Einfluss europäischer Energieversorger auf dem Weltmarkt nimmt weiter zu

Eine neue Studie der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers untersucht die europäischen Strom- und Gasmärkte. Die wichtigsten Ergebnisse: Konsolidierung, vertikale Integration, Fusionen und Übernahmen stehen im Fokus. Zudem gibt es Nachholbedarf bei Handelssystemen und die erneuerbare Energien bleiben Chance und Herausforderung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der europäischen Energieversorger bestätigen, dass E.ON und Electricite de France (EDF), gefolgt von RWE, aufgrund ihrer Unternehmensgröße und Marktpräsenz die Branche weltweit anführen. Die Kluft zwischen diesen ersten drei und den anderen international tätigen Unternehmen wird dabei immer größer: Allein innerhalb der letzten zwei Jahre hat sich der Abstand zwischen den Top drei und den anderen Unternehmen verfünffacht. Dies ergibt die aktuelle Studie "Movers and Shapers 2003 - Utilities Europe" von der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers.

Größte Chancen im Kerngeschäft

Die Befragung von 107 Führungskräften europäischer Versorgungsunternehmen aus 19 Ländern hat zudem ergeben, dass die Strom- und Gasversorger mehr denn je nach einem optimalen Maß an vertikaler Integration zwischen Energieerzeugung und Transport- und Verteilungsnetzen auf der einen Seite und Energievertrieb und -handel auf der anderen Seite suchen. So würden vor allem europäische Energieversorgungsunternehmen die größten Chancen in ihrem Kerngeschäft und nicht - wie noch im Vorjahr - in kombinierten Leistungsangeboten (Multi-Utility) sehen.

Keine Bedrohung für US-Markt

"Stärke und Einfluss der europäischen Strom- und Gasversorger bestätigen auch die US-amerikanischen Wettbewerber: Fünf der sieben von amerikanischen Entscheidern genannten globalen Marktführer sind europäischen Ursprungs. Dennoch sehen die Energieversorger in den USA durch die europäischen Unternehmen eine geringere Wettbewerbsbedrohung für ihre Heimatmärkte, da sie davon ausgehen, dass die derzeitigen Unsicherheiten im US-Markt und die aktuellen regulatorischen Bedingungen einen Markteintritt der europäischen Global Player verzögern wird", erläutert Manfred Wiegand, Partner und Leiter des Bereiches Utilities bei PricewaterhouseCoopers weltweit.

Unsicherheit durch Regulierungsbestrebungen

Nach Einschätzung der Befragten werden die Unsicherheit über mögliche Regulierungsbestrebungen und die Volatilität der Großhandelspreise den europäischen Energiemarkt in den kommenden fünf Jahren am stärksten beeinflussen. Insbesondere die vertikale Integration wird als Absicherung gegen Markt- und Kreditrisiken wahrgenommen. Das Streben nach Marktgröße und die damit einhergehenden zukünftigen Fusionen und Übernahmen sind laut Studie das Hauptanliegen der Energieversorger. Dabei würde der Ausbau von Wettbewerbsvorteilen, eine breitere Kundenbasis und die geographische Expansion außerhalb der Heimatmärkte bei den europäischen Unternehmen ganz oben auf der Agenda stehen. Das Expansionsbestreben der US-amerikanischen Unternehmen hätten sich umgekehrt, zurzeit seien sie wesentlich stärker auf die Heimatmärkte fokussiert. Nur acht Prozent der dort befragten Führungskräfte planen eine Expansion in Westeuropa.

Umweltschutz bleibt Herausforderung

Der Umweltschutz bleibt eine der größten Herausforderungen der Branche. Aus Sicht der Energieversorger trägt der durch behördliche Regulierungen entstehende Druck stärker zu Veränderungen bei als der Wettbewerbsdruck oder der Druck sozialer Verantwortung. Die Einhaltung der Gesetze ist auch ein wesentlicher Grund für die Entwicklung erneuerbarer Energien.

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