Vor allem Kohlepreise schuld

Einfache Rechnung: Höhere Beschaffungskosten, höhere Strompreise

Der Verband der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft hat steigende Strompreise infolge höherer Beschaffungspreise als "ganz normales betriebswirtschaftliches Handeln" gerechtfertigt. VBEW-Chef Dombrowsky befürchtet, dass die Strompreise politisch instrumentalisiert werden könnten und dass es dadurch zu Risiken kommt.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

München (red) - "Ausgelöst durch steigende Beschaffungspreise sehen sich viele Stromversorger gezwungen, ihre Strompreise im Jahr 2005 zu erhöhen - das entspricht ganz normalem betriebswirtschaftlichen Handeln". Mit diesen Worten rechtfertigte Herbert Dombrowsky, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Bayerischen Elektrizitätswirtschaft (VBEW) Anhebungen bei den Strompreisen. Dombrowsky warnte zugleich davor, die Strompreise politisch zu instrumentalisieren.

Als Hintergründe für die geplanten Preiserhöhungen nannte Dombrowsky insbesondere die gestiegenen Kohlepreise. Der Kohlepreis habe sich zwischen Mai 2003 und Juli 2004 mehr als verdoppelt. Ein zu starker politischer Druck auf die Strompreise könne nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch die Unternehmen gefährden, so der VBEW-Chef. Nach der Liberalisierung dürften den Stromversorgern keine konjunktur-, arbeitsmarkt- oder sozialpolitisch motivierten Preise mehr abverlangt werden. Wer dies tue, diskreditiere die Liberalisierungspolitik.

Vor allem die Regulierungsbehörde, die künftig die Netzentgelte kontrollieren soll, dürfe unter keinen kurzfristigen politischen Erfolgdruck geraten, ergänzte Dr. Christoph Prael, VBEW-Geschäftsführer. Sie müsse die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Versorgungsnetzes ebenso im Blick haben wie den diskriminierungsfreien Betrieb des Netzes. Unzureichende Netzentgelte würden zu "mangelnden" Investitionen, minderwertigen Netzen, mehr Stromausfällen und einem Verlust an Innovation führen. Die unterschiedlichen Gegebenheiten wie Besiedlungsdichte oder Bodenbeschaffenheit müssten sich auch in Zukunft in unterschiedlich hohen Netzentgelten widerspiegeln.