Erster Spatenstich

Eines der größten Solarkraftwerke Europas entsteht in Brandenburg

Das nach Betreiberangaben größte Solarkraftwerk Europas soll in der Lieberoser Heide auf dem Gelände eines ehemaligen militärischen Chemielagers entstehen. Aufgrund der militärischen Altlasten war bisher keine normale Forstwirtschaft auf dem Gelände möglich. Deshalb soll das Gelände nun mit der Zwischennutzung als Solarfläche saniert werden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Peitz (ddp-lbg/sm) - Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) startete heute auf dem ehemaligen russischen Militärgelände symbolisch den Bau der etwa 150 Hektar großen Anlage. Die Solarprojekt GmbH Cottbus wolle hier über 160 Millionen Euro investieren. In diesem Jahr sollen den Angaben zufolge zwölf Megawatt ans Netz gehen, 2009 rund 38 Megawatt, später 50 Megawatt. Damit würden 30.000 Tonnen Kohlendioxid weniger erzeugt.

Woidke verwies darauf, dass sich im Osten Deutschlands zahlreiche Solarfirmen und Zulieferbetriebe etablierten. Bereits heute arbeiteten in der Brandenburger Solarbrache fast tausend Beschäftigte, vor allem in Frankfurt (Oder) und Prenzlau. Mit jeder neuen Freiflächenanlage werde die Nachfrage nach Solarmodulen angekurbelt.

Chemische Altlasten beseitigen

In der Lieberoser Heide hatte die Sowjetarmee einen Übungsplatz der Chemischen Truppen betrieben. Beim Verlassen des Lagers waren nach Angaben des Ministeriums chemische Stoffe vergraben oder abgekippt worden.

2006 schloss die Landesforstverwaltung als heutige Eigentümerin mit der Solarprojekt GmbH einen Pachtvertrag über 28 Jahre. Vorgesehen sei, 400 Hektar Fläche von Munition und chemischen Altlasten zu räumen. Dafür müssten schätzungsweise fünf Millionen Euro aufgewendet werden. Dieses Geld solle durch die Pachteinnahmen und einen Teil der Stromerlöse wieder eingespielt werden.

Mit dem in einem Vogelschutzgebiet gelegenen Solarprojekt soll zudem untersucht werden, welche Auswirkungen Solarparks auf die Vogelwelt haben, wie es weiter heißt. Zum Schutz seltener Vogelarten werden um die Solaranlage eine Pflegezone und ein 120 Meter breiter Streifen eingerichtet. Insgesamt werde die Pflegefläche etwa 250 Hektar umfassen.