Haustechnik

Eine Schule wird zum Selbstversorger

Mit einem ganz eigenen Blockheizkraftwerk versorgt sich eine Schule in Baden-Württemberg selbst mit Strom. Die Anlage dient daneben auch zur Kühlung von PC und Räumlichkeiten im Sommer. Das Ergebnis ist eine Bilanz, die sich für Konto und Klima bezahlt macht.

Klimaschutz© chuck / Fotolia.com

Ditzingen (red) - Mit einem eigenen Blockheizkraftwerk kann sich das Schulzentrum in Ditzingen in Baden-Württemberg selbst mit Strom und warmem Wasser versorgen. Aber auch die Klimaanlage läuft über ein und dieselbe Anlage. Das Kernstück für die Energieerzeugung arbeitet dabei mit einer Leistung von 50 Kilowatt, so ein Bericht von handelsblatt.com.

Aus der Not entstanden

Eigentlich war in der Schule, die wie so viele in Deutschland sa­nie­rungs­be­dürf­tig war, die bestehende Heizungsanlage für rund 330.000 Euro modernisiert worden. Dann setzte das Jahrhundertwasser das Schulgelände unter Wasser und machte die Neuerungen wieder zunichte. Aus dieser eher misslichen Lage wurde die Idee zu dem Kraftwerk in der Schule geboren. Die Versicherung zahlte aufgrund der Schäden die Summe von 2,9 Millionen Euro – genug für die Stadt, um die Pläne zu der neuen Haustechnikanlage umzusetzen.

Anlage produziert Kälte und Wärme

Die neue Anlage ist gleichzeitig Heizung und Klimaanlage. Dazu wird ein Generator mit Erdgas angetrieben. Die Hitze, die bei der Stromerzeugung entsteht, wird zum Beheizen der Räumlichkeiten genutzt. Rund 5.000 Quadratmeter beträgt die Nutzfläche des gesamten Schulzentrums, das eine Musik- und eine Realschule sowie ein Gymnasium beherbergt. Für den Notfall können zusätzlich ein Holzpellet- und ein Gaskessel hinzugezogen werden.

Für die Kühlfunktion wird die Abwärme bei der Stromerzeugung auch im Sommer genutzt. Damit wird in drei Adsorptionskammern Wasser gekühlt, das dann für die Computer, Büros und andere Räume zur Klimatisierung verwendet wird. Deshalb läuft das Blockheizkraftwerk im Sommer wie im Winter – das sind insgesamt 7.400 Stunden im Jahr.

Einsparungen von 60.000 Euro

Laut verantwortlichem Ingenieurbüro können die Kosten für Strom und Gas jährlich um 60.000 Euro gesenkt werden. Aber auch für die Umwelt gibt es nützliche Einsparungen. Rund 1.000 Tonnen CO2 würden so pro Jahr vermieden.