Strom aus Mist

Eine Kuh macht Strom für einen Haushalt

Der Darmstädter Ökostromanbieter HEAG NaturPur hat am vergangenen Wochenende eine Biogasanlage im Odenwald eingeweiht. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft Erbuch und soll mit einer Leistung von 70 Kilowatt künftig etwa 500 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen.

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Großes Interesse fand der Tag des offenen Hofes auf dem landwirtschaftlichen Betrieb "Almenhof" im Odenwälder Erbach-Erbuch, der auch Standort einer der modernsten Biogasanlagen Deutschlands ist. In der Anlage werden landwirtschaftliche Reststoffe wie Gülle und Mist auf umweltfreundliche Art und Weise zur Energieerzeugung genutzt. Der dabei entstehende Strom steht Kunden des Darmstädter Ökostromversorgers HEAG NaturPur zur Verfügung.

Die Biogasanlage ist ein Gemeinschaftsprojekt der HEAG NaturPur AG und der Landwirtschaftlichen Betriebsgemeinschaft (LBG) Erbuch. Mit einer Leistung von 70 Kilowatt soll die Anlage künftig etwa 500 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen: 200 Kühe machen somit Strom für 200 Haushalte. Dadurch werden jährlich etwa 660 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid vermieden. "Die Biomassenutzung bietet in Deutschland und auch hier in Südhessen noch ein riesiges Potenzial", führt NaturPur-Vorstand Josef Werum als Motivation für das Engagement seines Unternehmens in diesem Bereich an.

Gute Gründe auch für das Land Hessen, den Bau solcher Anlagen zu unterstützen. Karl-Heinz Hoffmann, Referatsleiter Erneuerbare Energien im Hessischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten, äußerte sich lobend über das Projekt und nannte die Initiative der NaturPur-Biogasgesellschaft Almenhof mbH vorbildlich. "Gerne haben wir die zukunftsweisende Anlage mit etwa 98 000 Euro gefördert und hoffen, dass weitere Projekte folgen."