Aufatmen

Eilgesetz für Solarstrombranche kommt zum Jahreswechsel

Deutschlands Solarunternehmer können aufatmen: Das im Sommer diesen Jahres ausgelaufene 100.000 Dächer-Solarstrom-Programm wird durch erhöhte Vergütungssätze für Solarstrom im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) kompensiert. Die Neuregelung wird durch ein Vorschaltgesetz bereits zum Jahreswechsel in Kraft treten.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Nach Einschätzung der Branche ermöglicht dies eine Fortsetzung des Solarbooms in Deutschland. Bereits in den vergangenen vier Jahren hatte sich der Markt auf 120 Megawatt verzehnfacht. Auf der Basis des jetzigen Beschlusses werden auch künftig Wachstumsraten von jährlich 25 Prozent erwartet. Zudem wird künftig auch der Bau von ebenerdigen Solarkraftwerken über Beteiligungsfinanzierungen möglich sein. Damit können erstmals auch Bürger ohne eigenes Dach von Solartechnik profitieren.

"Jetzt wird Solarenergie auch für Banken und Finanzierer interessant. So kann der Aufbau des Solarwirtschaft völlig unabhängig von staatlichen Subventionen weitergehen und die deutsche Solarindustrie ihre Technologieführerschaft in einem der wichtigsten Zukunftsmärkte weiter auszubauen. Dies ist ein wichtiger Meilenstein ins Solarzeitalter", kommentiert der Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft e.V. Carsten Körnig. "Wir sind sehr erleichtert über die Entscheidung, denn das Vorschaltgesetz hat den sonst unvermeidlichen Markteinbruch verhindert", stimmt auch Gerhard Stryi-Hipp, Geschäftsführer des Bundesverband Solarindustrie (BSi) ein.

Das Vorschaltgesetz soll bereits im Dezember 2003 im Bundestag beschlossen werden. Wie Bündnis 90/Die Grünen mitteilte, sollen die Vergütungssätze sollen zur Kompensation des ausgelaufenen 100.000-Dächer-Programms angepasst werden: Die Grundvergütung beträgt danach voraussichtlich 45,7 Cent pro Kilowattstunde, die Aufschläge für Gebäude bis zu einer Leistung von 30 Kilowatt 11,7 Cent beziehungsweise 9,3 Cent ab einer Leistung von 30 Kilowatt.