2006/32/EG

Effizienz: Neue EU-Richtlinie tritt in Kraft

Heute tritt die neue EU-Richtlinie für Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen (2006/32/EG) in Kraft. Danach muss jedes Mitgliedsland bis zum 30. Juni 2007 einen Aktionsplan vorlegen, wie bis zum Jahr 2016 der jährliche Energieverbrauch um neun Prozent reduziert werden kann.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Wuppertal/Brüssel (red) - "Es ist gut, dass Europa endlich das Energiesparen zur höchsten Priorität machen möchte. Das ist die wirtschaftlichste und schnellste Antwort auf die hohen Energiepreise, schafft Versorgungssicherheit und Arbeitsplätze durch innovative Technik. Es nützt vor allem dem Klima und der Umwelt", kommentierte Stefan Thomas, Leiter der Forschungsgruppe Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik im Wuppertal Institut.

Das Wuppertal Institut hat zwei von der Europäischen Kommission beauftragte Forschungsprojekte geleitet, mit denen wesentliche wissenschaftliche Grundlagen für die neue Richtlinie gelegt wurden. Es kooperierte dabei mit weiteren Forschungsinstituten aus insgesamt neun EU-Ländern. "Jetzt gilt es, die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie in den einzelnen Mitgliedstaaten effektiv und effizient zu gestalten", so Thomas weiter. Was zu einem deutschen Aktionsplan gehören könnte, um das Einsparziel zu erreichen, hat das Wuppertal Institut in einem Konzept für einen EnergieSparFonds entwickelt. Würden die verschiedenen Potenziale zur Strom- und Wärmeeinsparung umgesetzt, könnten in den nächsten zehn Jahren 75 Milliarden Kilowattstunden Strom gespart werden - damit würde der Verbrauch um zwölf Prozent sinken. Gleichzeitig würden die Treibhausgasemissionen um 72 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert.

"Weg vom Öl heißt in unser aller Interesse sorgsamer mit knappen Ressourcen umgehen", ergänzte Prof. Dr. Peter Hennicke, Präsident des Wuppertal Instituts. "Mit der neuen Richtlinie wird nun die effiziente Nutzung beim Verbrauch gefördert. Die Energierechnung (Verbrauch mal Preis) muss im Blickpunkt stehen, nicht nur der Preis der verkauften Energie. Erst dann ist der Binnenmarkt für Energiedienstleistungen komplett."