Ohne Konkurrenz

EEX und LPX fusionieren zu neuer Strombörse

Der deutsche Markt scheint zu klein für zwei Strombörsen zu sein: LPX in Leipzig und EEX in Frankfurt gaben heute ihren Zusammenschluss bekannt. Die neue Börse wird EEX heißen, ihren Hauptsitz in Leipzig haben und will zur führenden europäischen Strombörse werden.

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Die Trägergesellschaften der beiden deutschen Strombörsen, die EEX European Energy Exchange AG (Frankfurt) und LPX Leipzig Power Exchange GmbH (Leipzig) wollen fusionieren. Die neue Gesellschaft wird EEX European Energy Exchange AG heißen und ihren Sitz in Leipzig haben. Die Fusion soll bis Anfang 2002 vollzogen werden.

Mit der Fusion wollen beide Strombörsen zur führenden Börse in Europa für den Spot- und Terminhandel von Energie werden. An der neuen EEX werden etwa 90 Teilnehmer aus neun Ländern handeln. Die neue Gesellschaft wird den Teilnehmern den Handel mit den bestehenden Produkten auf den bewährten Handelssystemen anbieten. Im Spotmarkt wird die neue EEX sowohl den Auktionsmarkt als auch den kontinuierlichen Blockhandel anbieten. "Der kontinuierliche Blockhandel und der Auktionsmarkt ergänzen sich", sagten Hans Schweickardt, Vorstand der EEX, und Dr. Carlhans Uhle, Geschäftsführer der LPX, heute in Berlin.Der Auktionsmarkt diene der Optimierung des Bezugs- und/oder Absatzportfolios zu marktgerechten Preisen, wohingegen der kontinuierliche Blockhandel überwiegend der Nutzung von Preisdifferenzen diene. Somit kommen das bereits in Leipzig im Einsatz befindliche Sapri-System und das Frankfurter Xetra-System parallel zum Einsatz. Die Stundenauktion des Xetra-Systems wird im Interesse der Liquiditätskonzentration eingestellt, der fortlaufende Handel von Blöcken findet nur auf Xetra statt.

Beim Terminhandel wollen die beiden Partner ihr gemeinsames Konzept auf Basis des Eurex-Systems umsetzen beziehungsweise weiterentwickeln; damit wird kein zweiter Terminmarkt aufgebaut. Quartalsfutures, die die Produktpalette am Terminmarkt abrunden, werden noch in diesem Quartal eingeführt. Die Berechnung der Settlementpreise wird auf Basis des Auktionsmarktes erfolgen. Ergänzt werden sollen weitere vereinfachte Anbindungsalternativen, um vor allem Teilnehmern mit kleinerem und mittlerem Handelsvolumen einen kostengünstigen Zugang zu bieten. "Dies dient der nachhaltigen Liquiditätssicherung", erläutert Uhle. Die neue EEX wird die Rechtsform einer Aktiengesellschaft haben. Designierte Vorstandsmitglieder der neuen Gesellschaft sind Dr. Carlhans Uhle und Hans E. Schweickardt. Die Hauptversammlung der EEX AG und die Gesellschafterversammlung der LPX GmbH sollen dem Zusammenschluss Mitte Dezember zustimmen.