Mittelfristig

EEX plant Handel mit Erdgas

Wie der Chef der Leipziger Strombörse, Hans-Bernd Menzel, dem "Tagesspiegel" sagte, plant die Handelsplattform mittelfristig einen Einstieg ins Erdgasgeschäft. Zwar gebe es noch keinen konkreten Zeitplan, aber die technischen Voraussetzungen könnten "sehr schnell" geschaffen werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der deutsche Gasmarkt steht vor einer tiefgreifenden Änderung. So plant die Energiebörse EEX in Leipzig mittelfristig einen Einstieg in das Geschäft mit Erdgas, wie der Vorstandsvorsitzende der Börse, Hans-Bernd Menzel, dem Berliner "Tagesspiegel" (Montagausgabe) sagte. Technisch sei man dazu sehr schnell in der Lage. Bisher wird an der European Energy Exchange (EEX) nur mit Strom und Kohlendioxid-Zertifikaten gehandelt.

Einen konkreten Zeitplan hat die EEX allerdings noch nicht ins Auge gefasst. "Das hängt maßgeblich davon ab, wie die Liberalisierung des Gasmarkts vorankommt", sagte Menzel. Im Laufe dieses Jahres will die Bundesnetzagentur die Durchleitungsgebühren der Gasnetzbetreiber kontrollieren. Dadurch könnten der Wettbewerb und damit der Gashandel an Schwung gewinnen.

Für den deutschen Gasmarkt wäre die Eröffnung einer allgemein zugänglichen Handelsplattform etwas völlig Neues: Bisher wird Erdgas hierzulande vor allem über langfristige Lieferverträge gehandelt. Auch kurzfristige Geschäfte können nur bilateral oder über Broker abgeschlossen werden. Einen allgemein anerkannten Marktpreis für Erdgas gibt es daher - anders als in Großbritannien - nicht. Durch den Handel an der Börse könnte sich das ändern.