Neue Bilanzregeln

EEX: Expertengespräch zur Behandlung von Strom-Derivaten nach IAS 39

Die Vorschriften des International Accounting Standard Board (IASB) werden für alle börsennotierten Unternehmen in Europa ab 2005 verbindlich. Da die buchhalterische Betrachtung von Strom-Derivaten Bilanz und GuV des Unternehmens beträchtlich beeinflussen kann, lud die Leipziger Strombörse kürzlich zu einem Expertengespräch.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (red) - Ab 2005 müssen alle börsennotierten europäischen Unternehmen die vom International Accounting Standard Board (IASB) erlassenen Vorschriften für ihre Konzernabschlüsse anwenden. Dazu gehört auch eine Revidierung des International Accounting Standard 39 (IAS 39), in dem unter anderem die bilanzielle Behandlung von Warentermingeschäften, wie zum Beispiel der Handel mit Strom-Derivaten, geregelt wird. Das war kürzlich Inhalt eines Expertengesprächs bei der Leipziger Strombörse EEX.

Neu definiert wird beispielsweise, welche Geschäfte künftig unter dem Anwendungsbereich des IAS 39 zu subsumieren sind und somit erfolgswirksam erfasst werden müssen. Da die buchhalterische Betrachtung von Strom-Derivaten, unabhängig davon, ob sie an einer Börse oder außerbörslich gehandelt werden, Bilanz und GuV des Unternehmens beträchtlich beeinflussen kann, veranstaltete die EEX zusammen mit der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) das Expertengespräch.

25 Bilanzierungsexperten von Energieversorgungsunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz diskutierten intensiv die Anwendungsmöglichkeiten der IAS-39-Vorschriften, vor allem hinsichtlich der Definitionen "Own Use Exemption" (Ausnahmeregelung für Eigenbedarf) und "Hedge Accounting" (Absicherungsgeschäfte) auf die an der EEX gehandelten Derivate. Denn: Unter gewissen Voraussetzungen sei es möglich, dass Warentermingeschäfte, die mit dem festen Zweck der physischen Erfüllung abgeschlossen worden sind, unter die Ausnahmeregelung "Own Use" fallen. Durch die Anwendung von "Hedge Accounting" stehe den Unternehmen ein Instrument zur Verfügung, die Volatilität in der Gewinn- und Verlustrechnung zu reduzieren.