Strompreis

EEG-Umlage soll zum ersten Mal sinken

Zur Ökostrom-Umlage gibt es beruhigende Neuigkeiten für Verbraucher. Seit Einführung der Umlage, die zur Förderung der erneuerbaren Energien in Deutschland eingeführt wurde, soll der Beitrag sehr wahrscheinlich erstmalig sinken. Die EEG-Umlage ist seit 2010 um mehr als vier Cent pro Kilowattstunde gestiegen.

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Berlin (dpa/red) - Die von den Verbrauchern zu zahlende Ökostrom-Umlage wird aller Voraussicht nach erstmals sinken. Grund ist ein Milliardenüberschuss auf dem Umlage-Konto. Dieser stieg bis Anfang September auf 1,506 Milliarden Euro, trotz hoher Ausgaben für Solar- und Windstrom. Da die Umlage für das nächste Jahr auf Basis des Kontostands Ende September berechnet wird, gilt ein Sinken der Umlage als sicher. Damit können Verbraucher auf eine Stabilisierung ihrer in den Vorjahren stark gestiegenen Stromkosten hoffen. In diesem Jahr fielen bisher rund 14,7 Milliarden Euro Förderkosten an.

Ökostrom-Umlage im Strompreis enthalten

Die Umlage für 2015 wird am 15. Oktober von den für die Verwaltung des Kontos zuständigen Übertragungsnetzbetreibern bekanntgegeben. Verbraucher und Wirtschaft zahlen die Umlage über den Strompreis. Diesen Einnahmen stehen die Milliardenausgaben für die Vergütung des produzierten Ökostroms gegenüber - Betreiber von Biogas- Solar- und Windkraftanlagen erhalten auf 20 Jahre garantiert feste Vergütungen.

Wie stark wird die EEG-Umlage sinken?

Vor einem Jahr war das Konto Anfang September noch 2,3 Milliarden Euro im Minus. Es sei nicht die Frage, ob die Umlage sinke, sondern wie stark, berichtete auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Kreise der zuständigen Netzbetreiber.

Seit 2010 ist die Umlage von zwei Cent auf netto 6,24 Cent je Kilowattstunde in diesem Jahr geklettert. Mit der im August in Kraft getretenen Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), die Förderkürzungen vorsieht, hat die Entwicklung noch nichts zu tun - die Auswirkungen werden erst bei der Umlage 2016 sichtbar werden.

18 Prozent des Strompreises

Das aktuelle Plus hängt damit zusammen, dass nach den Anstiegen der Vorjahre ein Puffer eingebaut worden ist. Das Öko-Institut und die Denkfabrik Agora Energiewende errechneten bereits im Mai, dass die Förderabgabe auf rund sechs Cent die Kilowattstunde sinken könnte.

Die Ökostrom-Umlage macht derzeit 18 Prozent des Strompreises aus - der Staat profitiert automatisch durch höhere Mehrwertsteuereinnahmen von dieser Entwicklung. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden zahlt ohne Mehrwertsteuer derzeit knapp 250 Euro im Jahr an Ökostrom-Umlage, bei 3.500 Kilowattstunden 218 Euro.

Quelle: DPA