Strompreis

EEG-Umlage erreicht 2016 einen neuen Höchststand

Die EEG-Umlage wird im kommenden Jahr wieder steigen. Obwohl Wirtschaftsminister Gabriel angekündigt hatte, die Kosten der Energiewende in den Griff zu bekommen, scheinen die Ausgaben nun aus dem Ruder zu laufen. Wie der neue Umlagen-Höchststand aussehen wird, geben die Netzbetreiber am Donnerstag bekannt.

Energiewende© asrawolf / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Die Ökostrom-Umlage, die alle Stromkunden für die Energiewende bezahlen müssen, steigt im kommenden Jahr auf ein Rekordniveau. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird die EEG-Umlage von derzeit 6,170 Cent auf 6,354 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden Strom bedeutet das rechnerisch netto 6,44 Euro pro Jahr mehr. Mit Mehrwertsteuer wären es rund 7,70 Euro.

EEG-Umlage macht ein Viertel der staatlichen Gebühren aus

Wie sich die Strompreise tatsächlich entwickeln, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Umlage macht etwa ein Viertel aus. Im Vorjahr war sie noch erstmals gesunken. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte zu seinem Amtsantritt als Ziel ausgegeben, die Kostendynamik bei der Energiewende brechen zu wollen.

Anbieter geben gesunkene Preise nicht an Verbraucher weiter

Gründe für den neuen Höchststand, der an diesem Donnerstag offiziell von den Netzbetreibern bekanntgegeben wird, sind die hohe Stromproduktion aus Wind (an Land und auf See) und aus Photovoltaik-Anlagen - sowie der stark gesunkene Börsenstrompreis. Die Differenz zum Preis an der Börse gleicht die Umlage aus, die Betreiber von Ökostrom-Anlagen auf 20 Jahre garantiert erhalten.

Sinkt der Börsenpreis, steigt automatisch die Ökostrom-Umlage. Experten kritisieren, dass die Stromkonzerne rückläufige Börsenstrompreise nicht im vollen Umfang an ihre Kunden weiterreichen.

Energiewende kostet Bürger 24 Milliarden Euro jährlich

Insgesamt dürfte die Energiewende absehbar teurer werden. Schon jetzt werden jedes Jahr bis zu 24 Milliarden Euro über die Stromrechnungen von Bürgern und Firmen gewälzt, damit Deutschland bis zum Jahr 2022 aus der Atomkraft aussteigen und den Ökostromanteil von heute 27 Prozent auf 40 bis 45 Prozent im Jahr 2025 ausbauen kann.

Erdkabel-Vorrang sorgt für höhere Netzentgelte

So wird der von der Bundesregierung gerade beschlossene Vorrang für Erdkabel bei den Nord-Süd-Stromautobahnen die Netzentgelte erhöhen, die Verbraucher ebenfalls mittragen müssen. Dazu kommen Milliardenkosten aus Steuergeldern für zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen - etwa hohe Prämien für die Stromkonzerne beim Stilllegen alter Braunkohle-Meiler.

Update: Netzbetreiber bestätigen Preisanstieg

Mit dem Anstieg der Ökostrom-Umlage auf Rekordniveau werden im kommenden Jahr 22,88 Milliarden Euro zur Förderung der erneuerbaren Energien auf Verbraucher und Firmen abgewälzt. Die EEG-Umlage für 2016 erhöht sich um drei Prozent, wie die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Tennet, Amprion und TransnetBW am Donnerstag mitteilten. Das entspricht den zuvor durch die Deutschen Presse-Agentur bereits bekannt gewordenen Werten.

Von der Umlage entfallen rund 2,6 Cent pro Kilowattstunde auf Photovoltaik, etwa 1,7 Cent auf Biomasse sowie etwa 2,0 Cent auf die Windstromproduktion an Land und auf See.

Quelle: DPA