Fördersätze

EEG: Photovoltaik-Wirtschaft ist nach wie vor verstimmt

Die Photovoltaik-Wirtschaft ist wegen der gekürzten Fördersätze im EEG nach wie vor verstimmt. Die Absenkung der Einspeisevergütung zum 1. Juli um bis zu 16 Prozent sei "viel zu viel" gewesen, sagte der Chef der Branchenverbände SolarInput und Solarvalley Mitteldeutschland, Hubert Aulich, in Erfurt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/red) – Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) verteidigte hingegen die Kürzungen. Sie hätten unter anderem auch deshalb vorgenommen werden müssen, "weil die Förderkosten sonst nicht mehr beherrschbar gewesen wären."

Besuch von Röttgen

Röttgen hatte in Erfurt das Thüringer Kompetenzzentrum für Hochtechnologien und Solarwirtschaft besucht. Hintergrund der Visite waren die in den vergangenen Monaten teils "kontroversen Gespräche" über die Einspeisevergütung, wie Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) sagte. Sie betonte, dass ihr Kabinett der Photovoltaik-Wirtschaft weiterhin sehr viel Augenmerk beimesse, denn "die Zukunft liegt im Licht der Sonne".

Kopiertempo der Chinesen

Branchenverbandsvertreter Hubert Aulich sagte, die Photovoltaik werde in der Bundesrepublik weiter wachsen. Allerdings schränkte er ein: "Die große Frage wird sein, ob deutsche Produzenten weiter dabei sein werden oder nicht?" Hauptkonkurrent auf dem internationalen Markt ist nach den Worten Aulichs China. Der Technologietransfer dorthin sei "enorm schnell", womit er auf das hohe Kopiertempo der Chinesen anspielte. Es dürfe nicht dazu kommen, warnte Aulich, "dass die Entwicklung in Deutschland stattfindet, aber die anschließende Massenproduktion in Fernost passiert".

Solarzellenwerk in Arnstadt

Besorgt äußerte sich auch Peter Schneidewind aus dem Vorstand der Bosch-Solar-Energy AG. Das Unternehmen hat erst in der vorigen Woche im thüringischen Arnstadt ein neues Solarzellenwerk in Betrieb genommen. Mit der Fördersatz-Absenkung "haben wir Schwierigkeiten", sagte Schneidewind. Der Markt gehe jetzt in nicht-deutsche Regionen, da sich die Rahmenbedingungen gewandelt hätten.

Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz

Bundesumweltminister Röttgen erwiderte darauf, dass sich die Politik die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht leicht gemacht habe. Jetzt aber sollten die neuen Elemente erst einmal wirken. Ferner lobte der CDU-Mann die mitteldeutsche Solarindustrie als "Erfolgsmodell" und "Spitzentechnologie im internationalen Maßstab". Zugleich machte Röttgen in punkto Unterstützung durch den Gesetzgeber jedoch unmißverständlich klar: "Ich sehe akut keinen Veränderungsbedarf."