Festgelegt

EEG in Kraft: Wachsender Anteil der Erneuerbaren am Energiemix vorprogrammiert

Um den Anteil der erneuerbaren Energie am Energiemix bis 2020 auf 20 Prozent auszuweiten, fördert die Bundesregierung die Erzeugung von Strom aus Sonne, Wasser, Wind und Biomasse in besonderem Maße. Das neue, verbesserte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist gestern in Kraft getreten.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Gestern ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in Kraft getreten. Damit will die Bundesregierung den Anteil der regenerativen Energien an der Deckung des Stromverbrauchs von derzeit knapp acht Prozent bis 2012 auf 12,5 Prozent und bis 2020 auf 20 Prozent ausweiten. Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, wurde die Förderung von Wind- und Solarenergie, Wasserkraft (Anlagen bis fünf Megawatt), Deponie-, Gruben- und Klärgas, Biomasse und Geothermie langfristig festgeschrieben und effizienter als bisher gestaltet.

Festgelegte Preise

Das EEG verpflichtet die Netzbetreiber, den produzierten Strom abzunehmen und zu langfristig festgelegten, günstigen Preisen zu vergüten. Weil Strom aus erneuerbaren Anlagen noch nicht wettbewerbsfähig ist, soll damit diese umweltfreundliche Form der Energieerzeugung differenziert und degressiv gefördert, die Weiterentwicklung der Technologien ermöglicht und die konventionellen Ressourcen geschont werden.

Planungssicherheit für Investoren

Erklärtes Ziel ist es aber, die Kosten für erneuerbare Energien schrittweise an Marktpreise heranzuführen. Investoren in Anlagen zur Nutzung der erneuerbaren Energien wird damit aber Planungssicherheit geboten. Bereichen wie der Land- und Forstwirtschaft eröffnen sich neue Einkommensquellen. Die langfristigen Auswirkungen des Ausbaus der erneuerbaren Energien auf den Arbeitsmarkt sind unter Experten allerdings umstritten.

Mehrkosten trägt Verbraucher

Die Mehrkosten für den EEG-Strom trägt letztlich der Verbraucher. 2003 belief sich die Summe nach Angaben der Stromversorger auf rund zwei Milliarden Euro. Dieser Betrag wird über die EEG-Umlage als Zuschlag auf die monatliche Stromrechnung an die einzelnen Stromkunden weitergegeben. Die Folgekosten für die Integration der erneuerbaren Energien in die sichere und schwankungsfreie Stromversorgung, die durch die benötigte Regelenergie, die Reservehaltung von Kraftwerken und den Netzausbau entstehen, werden von den Versorgern indirekt über die Entgelte für die Nutzung der Stromnetze an die Kunden weitergereicht.

Dies soll künftig unter Aufsicht eines staatlichen Regulierers für den Energiemarkt erfolgen, der wegen noch ausstehender gesetzlicher Rahmenbedingungen frühestens ab Januar 2005 seine Arbeit voll aufnehmen wird. Den Zuschnitt der Behörde und ihre Instrumente schreibt das neue Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) fest, das Mitte der Woche vom Kabinett verabschiedet wurde, aber noch von Bundestag und Bundesrat gebilligt werden muss.

Nachhaltige Versorgung und Importchancen

Die Förderung der Erneuerbaren in Deutschland ist für eine wachsende Zahl von Ländern Beispiel für eine nachhaltige Energieversorgung. Gerade in Ländern mit einer unterentwickelten Stromversorgung und unzureichenden natürlichen Ressourcen bieten sich die Erneuerbaren als Alternative an. Entsprechend groß sind auch die Chancen für deutsche Hersteller, ihr Know-how und ihre Anlagen in alle Welt zu exportieren. Mögen die Möglichkeiten der Solarenergie aus geografischen Gründen in Deutschland begrenzt sein, so ist sie in sonnenreichen Gegenden, die zudem keine Stromnetze haben, eine ideale Lösung.

Von ddp-Korrespondent Heinz Simon