EDNA verabschiedet Zeitplan für Standardisierung

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Die ersten Standards für die unternehmensübergreifende Automatisierung von Geschäftsprozessen im Energiemarkt sollen bis Sommer 2001 in die Praxis umgesetzt sein. Das beschloss die EDNA-Initiative auf ihrem Arbeitstreffen im März in Nürnberg. Priorität genießen dabei zunächst der Austausch von Verbrauchsdaten in Form von Lastgängen, der Fahrplanaustausch sowie der Kundenwechselprozess.


Wie die EDNA-Initiative betonte, sollen bei der Festlegung der Standards die bisherigen Bemühungen der Verbände der Energiewirtschaft einfließen. Mit der Schweizer Arbeitsgruppe für das Fahrplanwesen wurde auf dem Nürnberger Treffen bereits eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Die Gruppe ist eine Initiative der schweizerischen Übertragungsnetzbetreiber. Auch mit der ETSO (Association of European Transmission System Operators), die in einer Task Force ähnliche Ansätze auf der europäischen Ebene verfolgt, will die EDNA-Initiative baldmöglichst zusammenarbeiten.


Um schnell zu umsetzbaren Ergebnissen zu kommen, hat die EDNA-Initiative ihre Arbeitsgruppen neu strukturiert. Die zentrale Rolle spielt weiterhin die "AG Geschäftsprozesse", in der bereits die wichtigsten Geschäftsprozesse zwischen den Marktteilnehmern erfasst und beschrieben wurden. Unterstützt wird diese Arbeitsgruppe von der "AG Marktlandschaften", in der die Definitionen und Begriffe für alle benötigten Datenobjekte festgelegt und die vorhandenen Ansätze für die Normierung der Datenkommunikation sondiert werden. Diese Arbeitsgruppe kümmert sich aber auch um die Beschreibung der gesamten Marktlandschaft sowie um Themen wie die sichere Übertragung, um die Signatur und um die notwendigen Nachweise des automatisierten Datenverkehrs zwischen den Systemen der Marktpartner. Mit der praktischen Umsetzung der Arbeitsergebnisse beschäftigt sich die "AG Implementierung". Diese Arbeitsgruppe soll auch die Richtlinien für die Qualitätssicherung erarbeiten. Dazu kommt die Definition der einzelnen Teilgebiete des Energiedatenmanagement und der angrenzenden Gebiete.


Bis Mitte April wollen die EDNA-Arbeitsgruppen konkrete Vorschläge für die Automatisierung der ersten Geschäftsprozesse vorlegen, auf deren Basis die technische Umsetzung bis Sommer erfolgen soll. Erste Ergebnisse sollen im April auch dem Verband Deutscher Elektrizitätswerke VDEW vorgestellt werden. Neben dem VDEW steht die EDNA bereits mit der Deutschen Verbundgesellschaft e.V. (DVG) in Kontakt. Bis April will man auch mit weiteren Verbänden der deutschen Energiewirtschaft und dem Bundeswirtschaftsministerium ins Gespräch kommen. Im April findet zudem ein Treffen von EDNA-Vertretern mit der AG Fahrplanwesen in der Schweiz statt.