Live-Szenario

EDNA Initiative harmonisiert automatisierte Geschäftsprozesse in der Energiewirtschaft

Auf der VDEW-Fachtagung "Energiedaten-Management live" hat die EDNA-Initiative, eine Vereinigung von EDM-Unternehmen gezeigt, woran sie in den vergangenen Wochen gearbeitet hat: 20 unterschiedliche EDM-Lösungen wurden gekoppelt und unterschiedliche Geschäftsprozesse erfolgreich abgebildet.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Es war eine der bislang größten live-Demonstrationen für die Automatisierung von Geschäftsprozessen überhaupt: Auf der VDEW-Fachtagung "Energiedaten-Management live" gelang es, insgesamt 20 unterschiedliche Energie-Daten-Management (EDM) -Lösungen zu koppeln und fünf unterschiedliche Geschäftsprozesse zwischen den Marktteilnehmern im Energiemarkt erfolgreich abzubilden.

Dazu gehörten Kernprozesse in der Energiewirtschaft wie die Übermittlung von Verbrauchsdaten vom Netzbetreiber an den Händler oder der Versand von Fahrplänen an die Bilanzkoordinatoren, aber auch bilaterale Prozesse zwischen verschiedenen Händlern, etwa bei "Over-the-Counter"-Geschäften. Fast 500 Fachleute aus allen Bereichen der Energiewirtschaft konnten sich ein direktes Bild vom Funktionieren der Geschäftsprozesse machen. Rund 240 Teilnehmer auf der VDEW-Fachtagung selbst, und weitere 250 auf dem Schleupen-Anwendertreffen, das kurzfristig noch als "Außenstelle" in das live-Szenario integriert worden war. "Besonders überzeugend war, dass die Hersteller ein realistisches Szenario aufgebaut hatten, in die Haut des Anwenders geschlüpft sind und so vielleicht auch ein paar von unseren Problemen jetzt besser nachvollziehen können", fasste ein Besucher seine Eindrücke zusammen.

Für das Szenario hatte die EDNA-Initiative vor Ort ein komplettes Netzwerk mit eigenem Server aufgebaut. Das Szenario selbst war ein realistisches Modell des deutschen Energiemarktes, mit Händlern, Lieferanten, Verteilnetzbetreibern, Bilanzkoordinatoren und Übertragungsnetzbetreibern. Die einzelnen Systeme übernahmen unterschiedliche Rollen, in denen sie entweder bestimmte Daten weitergeben mussten oder Daten empfingen, um sie dann weiterzuverarbeiten. Basis war das EDIFACT-Format MSCONS für die Verbrauchsdaten sowie DVG-KISS für den Fahrplanaustausch. "Es ist an sich schon ein Verdienst der EDNA, hier 20 Entwicklungsabteilungen unterschiedlicher Hersteller so zu synchronisieren, dass der live-Test dann ohne größere Probleme quasi auf Anhieb funktioniert hat", bilanzierte Matthias Wippler, Datennetzexperte der VA Tech Sat GmbH und verantwortlich für die technische Koordination des Tests. "Wir haben gezeigt, dass es möglich ist, auch zwischen konkurrierenden Unternehmen schnell funktionierende Standards für die Kommunikation zu etablieren", zeigte sich auch Dr. Franz Hein, der als EDNA-Koordinator zusammen mit Volker Kniehase von PSI das Marktmodell entworfen hatte, vom Erfolg begeistert. "Nun gilt es, schnell weitere Prozesse dazu zu nehmen, wie etwa den Kundenwechselprozess oder die Abrechnung sowie möglicherweise auch erste Prozesse aus der Gasversorgung", so Hein weiter. Vor allem soll auch die Integration weiterer Standards wie XML vorangebracht werden.

Termin für das nächste Szenario: Auf der E-World of Energy vom 13. bis 15. Februar 2002 in Essen.