EDM in der Praxis

EDNA-Initiative: Energiedatenmanagement starten, nicht warten

Moderne Unternehmen sollten sich einem modernen Energiedatenmanagement nicht länger verschließen. Das war jedenfalls der Tenor auf der EDNA-Konferenz auf der Fachmesse "E-world of Energy", die in der vergangenen Woche in Essen stattfand.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

"Unternehmen, die zu lange mit dem Einstieg ins Energiedatenmanagement (EDM) warten, tun mir leid." Mit diesem Satz fasste Holger Tiedt von Endanet (Erfurt) seine Erfahrungen zum Thema EDM zusammen. Eine Einschätzung, die Ronnie Götze, Fachbereichsleiter Zählerwesen bei der DREWAG (Dresden) bestätigte: "Ein Unternehmen, das EDM nicht beherrscht, ist zum Scheitern verurteilt." Zwei Stimmen aus dem Podium, die die Dringlichkeit durchgängiger Prozesse belegen. Auf der EDNA-Konferenz anlässlich der "E-world of Energy" in Essen wurde aber auch deutlich, dass nach wie vor nur wenige Marktteilnehmer die Vorteile der neuen Kommunikationsstandards nutzen.

Das Thema "EDM in der Praxis" stand dabei im Mittelpunkt der weiteren Vorträge. So empfahl beispielsweise Simo Makonnen von der finnischen Process Vision aufgrund seiner Erfahrungen in Skandinavien den deutschen Marktteilnehmern, mit dem elektronischen Datenaustausch auf Basis standardisierter Formate so schnell wie möglich zu beginnen. Dass dies nicht nur in der Energiewirtschaft Sinn macht, sondern auch auf Kundenseite, zeigte Dr. Kathrin Lehmann am Beispiel der LAUBAG, wo das EDM inzwischen einen wesentlichen Beitrag zur Kostensenkung leistet. Aus diesem Grund waren alle Podiumsteilnehmer davon überzeugt, dass sich EDM in der Praxis tatsächlich auszahlt. Roland Ludwig von der Mark E (Hagen) berichtete, dass man im Jahr 2000 mit vier Mitarbeitern und nur wenigen Pilotkunden im Energiedatenmanagement begonnen hatte. Heute wickeln nur 3,5 Mitarbeiter das komplette EDM im Bereich der Netznutzung ab, inklusive der Verwaltung der Rahmenverträge, der Kündigungsabwicklung für den Vertrieb und weiterer "Nebenaufgaben". Für Alexander Beier von der Kooperationsgemeinschaft ostbayerischer Versorgungsunternehmen, an der 33 Stadtwerke beteiligt sind, ist ein EDM-System sogar die Voraussetzung, um die Datenflut aus den Mitgliedsunternehmen überhaupt bewältigen zu können. Effizienzsteigerungen sehen die Anwender aber nicht nur durch den Einsatz eines EDM-Systems an sich. Vor allem die Nutzung einheitlicher Kommunikationsstandards beschleunige die Prozesse entscheidend.