Problemlos

EDNA-Initiative: Einheitliche Datenformate für Strom und Gas

Nach Ansicht der EDNA-Initiative können die Formate für den elektronischen Datenaustausch im Strommarkt können ohne weitere Anpassungen auch für den Gasmarkt verwendet werden. Damit sei eine rasche und kostengünstige Implementierung in die bestehenden Softwaresysteme möglich.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Esslingen (red) - Die EDNA-Initiative verweist dabei auf das Beispiel Österreich. Dort gelte schon seit längerem die Kilo- bzw. die Megawattstunde auch beim Gas als gültige Einheit für die Energiemenge – bei der Messung, beim Handel wie auch bei der Abrechnung. Gas-Spezifika, wie etwa das Gasjahr, würden bei der Definition der Austauschformate nicht berücksichtigt. Auch in den Niederlanden würden einheitliche Formate für den Austausch von Verbrauchsdaten oder für den Lieferantenwechsel verwendet. "Trotzdem können in diesen Ländern diese Prozesse problemlos abgewickelt werden. Auch der Austausch von Fahrplandaten beziehungsweise der Nominierungen funktioniert reibungslos", so Franz Hein, Geschäftsführer der EDNA-Initiative.

Unterschiedliche Datenformate für Strom und Gas würden zu erheblichen Belastungen für die Unternehmen der Energiewirtschaft führen. "Alle Querverbundsunternehmen wären gezwungen, beim Datenaustausch separate Lösungen für Strom und Gas einzuführen, sie separat zu pflegen und zu administrieren. Das ist weder effizient noch kostengünstig", gibt Hein zu bedenken.

Aus Sicht der EDNA-Initiative sollten sich auch die Interessenvertreter der Gaswirtschaft schnell auf die derzeit für den Strommarkt verabschiedeten Formatversionen einigen. Das hätte zahlreiche Vorteile: Zum einen könnten Strom- und Gasunternehmen gleichzeitig und pünktlich zum August 2007 mit dem elektronischen Datenaustausch starten. Zudem könnten sie auf eine zuverlässige und reibungslose Abwicklung der Prozesse setzen, da die entsprechenden Formate einheitlich in die Softwaresysteme implementiert werden könnten.

Im Übrigen seien die in den Rechnern zu verarbeitenden und zwischen ihnen auszutauschenden Informationen ohnehin rein logische bzw. numerische Größen. "Mit der EDNA-Testmaschine sind wir in der Lage, alle nur denkbaren Szenarien bei den EDIFACT- oder ESS-basierten Prozessen (letzteres gilt für die Energieaustauschvereinbarungen – also für Fahrpläne und damit auch für Nominierungen) durchzuspielen und zu prüfen, ob die einzelnen Softwarelösungen diese Prozesse korrekt und fehlerfrei abbilden", so Dr. Franz Hein.

"Auf diese Weise kann die Qualität des Datenaustauschs im gesamten Energiemarkt einheitlich gesichert werden, die Einsparungsmöglichkeiten und die Potenziale zur Effizienzsteigerung wären immens", so sein Fazit. Das gelte nicht nur für die Anwender, sondern auch für die Anbieter von Software, die aufwendige Parallelentwicklungen genauso wie unnötig teurere Softwarepflege vermeiden könnten.

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