EDNA: Herstellerinitiative für standardisierte Energiedaten-Kommunikation gegründet

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EDIFACT, DELFOR und MSCONS, XML, Excel (nach DVG), Excel (pur) und nochmals Excel - im Energiemarkt ist derzeit noch nichts standardisiert. Von durchgängigen Prozessen und vereinfachten Abläufen kann deshalb nicht die Rede sein. Mit dieser "Sprachverwirrung" wollen die Hersteller von Systemen für das Energiedaten-Management (EDM) jetzt Schluss machen. EDNA heißt die Initiative, die sie Mitte Dezember in Berlin gegründet haben. Das Ziel: Einheitliche Formate und Verfahren für die Geschäfts- und Kommunikationsprozesse zwischen den Marktteilnehmern. Schon im Februar 2001 sollen auf der E-World of Energy in Essen erste Beispielprozesse gezeigt werden, durchgängig auf allen beteiligten EDM-Systemen und quer über das Messegelände hinweg. Initiator von EDNA war der EDM-Hersteller AKTIF Technology GmbH, Senftenberg. EDM-Hersteller wie die deutsche eccplus AG und DWH Decision Warehouse GmbH und Beratungshäuser wie KEMA Consulting GmbH und ConEnergy AG waren an der Gründung beteiligt.


Über zwei Dinge waren sich die Beteiligten einig: Es ging weder darum, das Rad neu zu erfinden, noch um einen nationalen Alleingang. Vorhandene Ansätze sollten ebenso auf ihre Praxistauglichkeit untersucht werden, wie internationale Erfahrungen. Das soll auch der Name symbolisieren: EDNA steht für Energy Data, Norms & Automation, ein Kürzel, dass mit denselben Begriffen auch auf Deutsch funktioniert. Wichtig: Der gemeinsame Standard soll nicht nur den Herstellern, sondern vor allem den Anwendern das Leben leichter machen. Technisch heißt die Stoßrichtung eindeutig XML. Alle Beteiligten gehen davon aus, dass sich die Kommunikationsprozesse auf Basis von XML via Internet in der Energiewirtschaft in den nächsten Jahren auf breiter Front durchsetzen. Untersuchen will man aber auch, ob und wo der Einsatz von EDIFACT sinnvoll sein kann.


Die Initiative will mit den Verbänden, vom VDEW über den VKU und die DVG bis hin zum VIK und FEDV und mit dem Bundeswirtschaftsministerium zusammenarbeiten. Ziel ist es, möglichst schnell zu praktikablen Ergebnissen zu kommen. So soll bis Mitte Januar ein Arbeits- und Themenplan aufgestellt und verabschiedet werden, der alle Prozesse enthält, die bei der Standardisierung berücksichtigt werden sollen - vom Versand von Fahrplänen bis hin zu den komplexen Prozessen beim Kundenwechsel. Daneben werden bis dahin auch die Aufgaben von der Dokumentation über die technische Umsetzung bis hin zu Marketing und Öffentlichkeitsarbeit festgelegt und verteilt. Ein Zertifizierungsverfahren zur Definition und Prüfung von Qualitätsanforderungen auf Basis anerkannter Normen, wie etwa der ISO/IEC 12119, soll ebenfalls ein fester Bestandteil der Standardisierungsaktivitäten werden.