Automatisiert

EDNA-Fachkonferenz: RegTP konkretisiert Datenaustausch

Die Zukunft des elektronischen Datenaustauschs im Energiemarkt ist seit heute deutlich klarer. Denn im Rahmen der EDNA-Fachkonferenz auf der derzeit laufenden E-world 2005 in Essen hat die RegTP ihr Konzept für die elektronische Kommunikation zwischen den Marktpartnern und der Behörde vorgestellt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (red) - Im Rahmen der EDNA-Fachkonferenz "Energielogistik in der Praxis" heute auf der E-world 2005 in Essen hat die RegTP erstmals ihr Konzept für den Datenaustausch mit den Marktteilnehmern im Energiemarkt vorgestellt. Danach wird in einer ersten Phase ein Erfassungsprogramm zur Verfügung gestellt und die erfassten Daten dann via Upload oder per Datenträger an die Behörde übermittelt.

In einem zweiten Schritt soll dann ein XML-basierter Web-Service eingeführt werden, der die vollständig automatisierte Abwicklung des Datenaustauschs ermöglicht. "Wir benötigen zur Erfüllung unserer Aufgaben belastbares Zahlen- und Datenmaterial der Marktteilnehmer. Gleichzeitig müssen wir ein Verfahren einführen, dass den Marktteilnehmern unabhängig von der Betriebsgröße und den technischen Voraussetzungen die Möglichkeit gibt, uns diese Informationen tatsächlich zur Verfügung zu stellen", erläuterte Jörg Meyenborg, Referent für Energieregulierung bei der RegTP, die grundsätzlichen Anforderungen.

Das Konzept beschreibt zunächst nur die Abwicklung des Datenaustauschs. Welche Informationen die Regulierungsbehörde künftig abfragen will, steht nach Aussage Jörg Meyenborgs bislang noch nicht fest, daran würde derzeit intensiv gearbeitet. In Sachen "Unbundling" betonte er, dass es hier derzeit noch keine konkreten Aussagen geben kann. Während er dabei die Umsetzung über das Zwei-System- oder das Zwei-Mandanten-Modell als weitgehend unkritisch einschätzt, muss die Unbundling-Konformität der Zwei- bzw. Ein-Vertragsmodelle seiner Ansicht nach gegebenenfalls geprüft werden, da diese individuell sehr unterschiedlich umgesetzt werden könnten. "Wichtig ist, dass beispielsweise die Vertraulichkeitsanforderungen erfüllt sind, die Diskriminierungsfreiheit durch Prozessäquivalenz sichergestellt wird und ein Nachweis über die ausgetauschten Daten möglich ist", so Meyenborg zusammenfassend.

Dr. Franz Hein, Koordinator der EDNA-Intiative, begrüßte das neue Konzept für den Datenaustausch als einen Schritt in die richtige Richtung: "Vor allem auch die Tatsache, dass der Datenaustausch von Beginn an sicher erfolgen soll, dass also Verfahren zur Verschlüsselung und sicheren Übertragung eingesetzt werden, hat Vorbildfunktion für alle anderen Kommunikationsprozesse im Energiemarkt", so Hein weiter. Auch sonst seien die Ziele der RegTP und der EDNA-Initiative in vielen Punkten deckungsgleich, wie Jörg Meyenborg am Ende seines Vortrags betonte: "Grundsätzlich sollte der Datenaustausch zwischen Netzbetreibern und Netznutzern elektronisch und in einheitlichen Formaten erfolgen. Die Prozesse sollten dabei weitestgehend automatisiert ablaufen können."

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