Elektronischer Datenaustausch

EDMlive 2002: Prozesse funktionieren, müssen aber noch sicherer werden

Der elektronische Datenaustausch im Energiemarkt könnte funktionieren, die entsprechenden Softwaresysteme werden jedoch zu wenig eingesetzt. Das ist das Fazit der EDMlive 2002, die diese Woche in Nürnberg zu Ende gegangen ist. Beim live-Szenario wurde der Prozess des Lieferantenwechsels mehr als 300 mal durchgespielt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Der elektronische Datenaustausch zwischen den Marktteilnehmern im Energiemarkt kann funktionieren, wenn die Unternehmen die entsprechenden Software-Lösungen auch einsetzen. Das ist das Ergebnis des VDN/VDEW-Fachkongresses "EDMlive 2002", der in dieser Woche in Nürnberg stattfand. Mehr als 300 mal spielten die Besucher des Kongresses den Prozess des Lieferantenwechsels auf dem diesjährigen live-Szenario der EDNA-Initiative durch.

"Die Liberalisierung des Energiemarktes wird aber nach wie vor durch eine massive Investitionsverweigerung in Bezug auf den Einsatz von Systemen für das Energiedatenmanagement behindert", bilanzierte Dr. Franz Hein, Koordinator der EDNA-Initiative. "Die Folge ist, dass vielfach Rechnungen nicht gestellt werden können, weil die Datenbasis dafür fehlt. Gleichzeitig werden immense Rationalisierungspotenziale einfach verschenkt, weil man versucht, die Anforderungen manuell, per Fax oder via Excel zu bewältigen." Neben dem live-Szenario der EDNA-Initiative wurde das Thema in zahlreichen Referaten, Workshops und Podiumsdiskussionen von den unterschiedlichsten Seiten beleuchtet. Vor allem die Sicherheit bei der Kommunikation wurde dabei von vielen Teilnehmern in den Vordergrund gestellt.

Ganz deutlich wurde in den Diskussionen, dass Energieversorger ohne ein funktionierendes Energiedatenmanagement in Zukunft auch wirtschaftliche Einbußen haben werden. So zitierte Eckard Veil von Watt Deutschland eine Untersuchung, nach der das Einsparungspotential durch EDM allein in seinem Unternehmen bei 20 bis 30 Prozent liege. "Wer sich hier nicht öffnet, wird über kurz oder lang auf der Strecke bleiben", ist sich Dr. Michael Lehmann von der enviaM sicher.