"EDISon": 17 Unternehmen und Forschungsinstitute arbeiten an intelligenten Stromverteilungsnetzen

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com
Seit Mitte 1999 arbeitet unter der Federführung der Stadtwerke Karlsruhe und des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme in Freiburg ein Konsortium mit 17 Unternehmen und Forschungsinstituten an der Analyse, Projektierung und Realisierung dezentraler, intelligenter Energieverteilungssysteme. Das Projekt "EDISon" (Energieverteilungsnetze mit dezentralen, innovativen Energiewandler-, Speicher- und Kommunikationssystemen) soll innovative, dezentrale Systeme hervorbringen, die bis Ende 2003 in verschiedenen Verteilungsnetzbereichen erprobt und realisiert werden. Neben dem Einsatz solcher dezentralen Energiewandler und -speicher in Kundennähe sollen bestehende Energieverteilungsnetze um leistungsfähige Kommunikationssysteme erweitert werden.


Ein Beispiel ist hier die gleichzeitige Nutzung des Energieverteilungsnetzes als Informationsübertragungsnetz (Power-Line-Carrier). Diese Kombination stelle nicht nur eine ökonomisch-ökologische Optimierung, sondern auch eine innovative Dienstleistung für die Endkunden dar, unterstrich Prof. Jürgen Ulmer, Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe. Hier sei der Internetzugang via Steckdose oder etwa die elektrisch-thermische Regelung einer Brennstoffzelle in einem Einfamilienhaus als Beispiel genannt.


Dieses erste Leitprojekt zu dem gesamten Themenbereich wird vom Bundeswirtschaftsministerium mit knapp 15 Millionen Mark gefördert. Die beiden späteren Anwender steuern zusammen rund 6 Millionen Mark aus Eigenmitteln bei - zwei Drittel davon übernehmen die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, ein Drittel tragen die Stadtwerke Karlsruhe. Das Fraunhofer Institut, das gemeinsam mit den Stadtwerken die Projektleitung inne hat, führt zusammen mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg Forschungsarbeiten im Umfang von knapp 5 Millionen Mark durch. Aus dem Kreis der am Projekt beteiligten herstellenden Unternehmen sei die Siemens AG als Beispiel herausgestellt: Sie beteiligt sich mit fast 8 Millionen Mark am Projekt. Volkswirtschaftliche Zielsetzungen, wie etwa die effektive Marktumsetzung innovativer Produkte oder die Stärkung des Industriestandortes Deutschlands, aber auch Umweltaspekte, wie Ressourcenschonung und rationelle Energieverwendung, hätten den Ausschlag für die Bewilligung der Fördermittel gegeben, führte Staatssekretär Siegmar Mosdorf aus. Gleichzeitig hob er die Bedeutung hervor, die das Ziel des Projektes bei der Umsetzung der neuen Energiepolitik haben wird, indem es die dezentrale, also die verbrauchernahe Energieerzeugung, unter den Aspekten Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltschonung optimieren will. Weiterhin begrüßte er die Entwicklungen zur Nutzung des Energieverteilungsnetzes als Kommunikationsmedium, was neue und innovative Beschäftigungsmöglichkeiten im Dienstleistungsbereich eröffnet.