Pläne

EDF will Laufzeiten französischer AKW verlängern

Während die Politik in Paris mit Äußerungen über eine mögliche Atom-Zusatzsteuer für Verwirrung sorgt, will der französische Stromkonzern Electricite de France laut einem Pressebericht die Laufzeit seiner Atomkraftwerke mit kräftigen Investitionen verlängern. Alleine EDF betreibt 58 Meiler in Frankreich.

Frankreich© Kristina Afanasyeva / Fotolia.com

Paris (dpa-AFX/red) - Bis 2025 wolle das Unternehmen rund 50 Milliarden Euro in die Anlagen stecken, berichtet die Wirtschaftszeitung "Les Echos" (Montagausgabe) unter Berufung auf ein Schreiben des Konzerns an Arbeitnehmervertreter. Der Betrag könne sich abhängig von den ersten Erfahrungen bei der Sanierung der Kraftwerke noch verändern. EDF betreibt in Frankreich 58 Atomkraftwerke, die allmählich in die Jahre kommen.

Regierung sorgt mit Steuerplänen für Verwirrung

Derweil sorgt die Regierung für Verwirrung über eine mögliche zusätzliche Besteuerung der Atomenergie. Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault hatte am Wochenende einen Plan vorgelegt, wie der Sektor zum Ausbau von erneuerbaren Energien und mehr Energieeffizienz beitragen könnte. Details über eine mögliche Abgabe nannte der Politiker nicht.

Frankreich will Atom-Abhängigkeit verringern

Umweltminister Philippe Martin betonte in einem Radiointerview, dass es keine zusätzliche Steuer für EDF oder die Stromkunden geben werde. Vielmehr wolle der Staat als größter EDF-Aktionär Teile seiner Gewinne aus der Beteiligung für den Umbau der Energieversorgung einsetzen. Martin versicherte, dass Atomkraft für Frankreich "auf jeden Fall" wichtig bleibe. Präsident Francois Hollande hatte vor seinem Amtsantritt angekündigt, sein Land unabhängiger von der Kernenergie zu machen.