Yasuní-Schutzgebiet

Ecuador ruft erneut zur Unterstützung für Umweltprojekt auf

Ecuador hat erneut an die Staatengemeinschaft appelliert, Mittel für ein Projekt zum Erhalt des Yasuní-Schutzgebiets bereitzustellen. "Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, aber wir brauchen das Geld für die Entwicklung unseres Landes", sagte Ecuadors Präsident Rafael Correa auf der UN-Klimaschutzkonferenz im mexikanischen Cancún.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Cancún (afp/red) - Ecuador hatte angeboten, in dem für sein Artenreichtum bekannten Gebiet auf Ölförderung zu verzichten, wenn die internationale Gemeinschaft das Land für die Hälfte der entgangenen Einnahmen entschädigt. Dies soll auch ein Beitrag zum Klimaschutz sein.

Ölförderung oder Naturschutz?

"Wenn wir auf dieses Angebot keine angemessene Antwort erhalten, werden wir das Öl fördern müssen", kündigte Correa nun an. Eine Entscheidung solle im kommenden Jahr fallen. Die Regierung Ecuadors hatte Anfang August zusammen mit dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) einen Treuhandfonds eingerichtet, in den innerhalb von 13 Jahren insgesamt 3,6 Milliarden Dollar (gut 2,8 Milliarden Euro) eingezahlt werden sollen. Correa kündigte an, ein Teil des Geldes werde sein Land wiederum für Klimaschutzmaßnahmen ausgeben. Nach Angaben aus Ecuador könnte durch den Verzicht auf die Erdölförderung ein Ausstoß von 407 Millionen Tonnen CO2 verhindert werden.

Absage von Deutschland

Deutschland hatte zunächst eine Unterstützung des Projekts in Aussicht gestellt, das im Bundestag 2008 auf einhellige Zustimmung stieß. Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatte einen deutschen Beitrag im September jedoch dann abgelehnt. Gelder zugesagt haben bislang unter anderem Spanien (zunächst eine Million Euro) und Chile (100.000 Dollar). Gespräche gibt es auch mit weiteren europäischen Staaten.