EAM: Geschäftsergebnis 1999 überstieg Erwartungen

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Die Energie-Aktiengesellschaft Mitteldeutschland EAM war auch im zweiten Jahr des liberalisierten Marktes erfolgreich und konnte 1999 ein durchaus zufriedenstellendes Geschäftsergebnis erzielen. Die Zuwachsrate beim Stromabsatz beträgt gegenüber 1998 0,8 Prozent. Sie konnte für die Industriekunden der EAM sogar um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Grund dafür waren die gute Wirtschaftslage sowie die Verdrängung der Eigenerzeugung bei einigen Industriekunden, bedingt durch günstigere EAM-Strombezugskonditionen. Die Stromabgabe an die weiterverteilenden Versorgungsunternehmen nahm im Geschäftsjahr 1999 um 3,3 Prozent zu. Diese Erhöhung resultiert aus der Abgabe mehrerer bisher von der EAM direkt versorgter Stadt- bzw. Ortsteile an einige Weiterverteiler. Bedingt durch den harten Wettbewerb, ging die Stromabnahme im Bereich der Privatkunden gegenüber 1998 um 1,1 Prozent zurück.


Aufgrund der Senkung der Strompreise lagen die Umsatzerlöse 1999 mit 1,42 Milliarden Mark rund 200 Millionen Mark unter der Vorjahreshöhe. Gleichzeitig wurde der Materialaufwand um fast 260 Millionen DM gesenkt, so dass auch Sondereinflüsse im Personalkostenbereich kompensiert werden konnten. Neben den stark rückläufigen von Dritten bezogenen Leistungen hat die EAM ihre Investitionstätigkeit im Berichtsjahr deutlich zurückgeführt. Sie lag bei 90,3 Millionen Mark für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (Vorjahr 117 Millionen Mark).


Den größten Teil ihres Stroms bezieht die EAM von ihrer Vorlieferantin und Hauptaktionärin, der PreussenElektra. Zur eigenen Stromerzeugung betrieb die EAM 1999 insgesamt 18 Blockheizkraftwerke, fünf Deponiegaskraftwerke, sieben Wasserkraftwerke, drei Photovoltaikanlagen, zwei Windkraftanlagen sowie ein Heizkraftwerk (Universität Göttingen). Die gesamte Eigenerzeugung lag 1999 bei 166 Millionen Kilowattstunden (Vorjahr 161,8 Mio. kWh). Im Geschäftsjahr 1999 erhöhte sich die Gesamtzahl der sogenannten "kleinen Lieferer" - das sind meist privat betriebene Anlagen zur Stromerzeugung vorwiegend aus regenerativen Energieträgern wie Wasser- und Windkraft, die in das Stromnetz der EAM einspeisen - gegenüber dem Vorjahr um 38 auf 543 Anlagen. Auffällig entwickelte sich - über einen Mehrjahreszeittraum betrachtet - die Zunahme der Windkraftanlagen im Absatzgebiet der EAM. Seit 1994 erhöhte sich die Anschlussleistung der Windkraftanlagen um das 67fache (von 1,89 Megawatt auf 126 Megawatt).


In den ersten drei Monaten des Jahres 2000 verkaufte die EAM bezogen auf alle Kundengruppen 0,9 Prozent mehr Strom als im Vorjahr. Der Stromabsatz an die Privat- und Gewerbekunden (Tarifkunden) weist gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Anstieg von 0,5 Prozent auf. Der Absatz an Industriekunden stieg um fünf Prozent. Die Weiterverteiler nahmen mit 0,1 Prozent mehr Strom nur geringfügig mehr elektrische Energie ab als im ersten Quartal 1999. Mit dem Inkrafttreten der Verbändevereinbarung II, einer neuen Vereinbarung zwischen den Spitzenverbänden der Stromwirtschaft und ihrer Großabnehmer, welche das Verfahren zur Durchleitung von Energie wesentlich vereinfacht, wird eine weitere Intensivierung des Wettbewerbs auf dem Strommarkt erwartet. Die EAM wird zur Verbesserung ihrer Marktchancen ihre kunden- und kostenorientierte Unternehmenspolitik konsequent fortsetzen.