Aus eigener Kraft wachsen

E.ON will zunächst auf weitere Übernahmen verzichten

Der größte deutsche Energiekonzern E.ON will in den kommenden Jahren vor allem aus eigener Kraft und ohne Übernahmen wachsen. Eine zentrale Aufgabe der nächsten Zeit werde es sein, die neu erworbenen Beteiligungen zu integrieren, sagte der E.ON-Chef Wulf Bernotat auf der Hauptversammlung.

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Essen (ddp/sm) - Es gehe darum, Synergien zu heben und den Konzern insgesamt zu konsolidieren. E.ON hatte im vergangenen Jahr das russische Großkraftwerksunternehmen OGK-4 mehrheitlich übernommen. Zudem kauft der Düsseldorfer DAX-Konzern Beteiligungen im Wert von insgesamt knapp zwölf Milliarden Euro vom spanischen Versorger Endesa und vom italienischen Energieunternehmen Enel.

Keine Details zur Netzabgabe

Zu der angekündigten Abgabe des Hochspannungsnetzes und von Kraftwerkskapazitäten in Deutschland wollte Bernotat vor den Aktionären keine neuen Details nennen. Zunächst müsse die EU-Kommission die Vorschläge noch prüfen und eine rechtlich verbindliche Entscheidung treffen. Mit der Kommission sei E.ON aber nach seinem Eindruck auf einem guten Weg, sagte Bernotat.

Der Vorstandsvorsitzende räumte ein, dass der Konzern mit Hilfe des Deals auch Kartellstrafen von bis zu 6,7 Milliarden Euro vermeiden könnte. Mit der Abgabe von Erzeugungskapazitäten komme der Konzern auch Kritikern in Deutschland entgegen, so Bernotat. "Der Oligopolvorwurf kann nunmehr nicht mehr gegen uns erhoben werden", sagte Bernotat.

Kein Durchbruch bei Gasfeld-Einstieg

In den bereits seit mehreren Jahren andauernden Gesprächen mit dem russischen Gazprom-Konzern über einen Einstieg beim sibirischen Gasfeld Jushno Russkoje hat E.ON weiter keinen Durchbruch erreicht. "Die Verhandlungen sind schwierig", sagte Bernotat. Dies liege vor allem an der exorbitanten Preissteigerung beim Rohöl, die sich auch auf die Gaspreise auswirke.

E.ON will sich ebenso wie die BASF-Tochter Wintershall mit 25 Prozent an dem Feld beteiligen und hatte mit Gazprom bereits im Sommer 2006 eine entsprechende Rahmenvereinbarung unterzeichnet. Die endgültige Einigung sollte eigentlich bereits Ende 2006 geschlossen werden. Jushno Russkoje verfügt über Gasreserven von mehr als 700 Milliarden Kubikmetern und zählt damit zu den größten Gasfeldern der Welt.