Sparkurs

E.on will Stellen nach Rumänien auslagern

Deutschlands größter Energieversorger will bis 2015 große Teile seines Rechnungswesens ins kostengünstigere rumänische Cluj verlagern. Ein zweites Service Center für Personalwesen soll in Berlin entstehen. Durch die Bündelung der Funktionen würden konzernweit rund 1.200 Stellen entfallen, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Der Stellenabbau sei Bestandteil des Effizienzsteigerungsprogramms "E.on 2.0", bei dem nach früheren Angaben insgesamt 11.000 Stellen bei dem Energiekonzern gestrichen werden sollen.

In den neuen Business Service Centern sollen nach Konzernangaben insgesamt rund 1.100 E.on-Mitarbeiter arbeiten, davon 600 in Cluj. Die rumänische Stadt sei ein bedeutender Universitätsstandort und zeichne sich insbesondere durch gute Verkehrsanbindungen sowie geringe Betriebs- und Lebenshaltungskosten aus. Der Ort sei - wie Berlin - bereits Standort vergleichbarer Service Center anderer Unternehmen.

500 Stellen weniger in Berlin

Auf Berlin sollen künftig rund 500 Stellen hauptsächlich im Personalbereich entfallen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen soll nach den Plänen des Konzerns bis 2015 abgeschlossen sein.

Bei der Gewerkschaft ver.di stießen die Pläne des Energiekonzerns auf scharfe Kritik. "Der Konzern setzt darauf, dass die westdeutschen Mitarbeiter nicht mitgehen und er so drastisch die Löhne senken kann", sagte Sven Bergelin, der für ver.di im E.on-Aufsichtsrat sitzt, der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Freitagausgabe).

Betriebsrat will protestieren

Bergelin warf dem Vorstand "eiskaltes Verhalten" vor. Wieder einmal seien die Arbeitnehmer vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Er kündigte an, der Konzernbetriebsrat werde in der nächsten Woche über Protestaktionen beraten.