Regionalmärkte

E.ON will Osteuropa-Geschäft stärker bündeln

Der Energiekonzern E.ON hat eine stärkere Bündelung des Osteuropa-Geschäfts angekündigt. Die dortigen Märkte sollten künftig als eigener Geschäftsbereich übergreifend gesteuert werden, sagte der Vorstandsvorsitzende der E.ON Energie AG, Johannes Teyssen, heute in München.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - E.ON zählt in Osteuropa derzeit knapp sieben Millionen Kunden und erwirtschaftet dort einen Umsatz von jährlich etwa 2,6 Milliarden Euro. Teyssen will in Osteuropa vor allem im Bereich der Stromerzeugung investieren. E.ON wolle eine "signifikante Position im Erzeugungsbereich" aufbauen, sagte er. Man prüfe daher unter anderem den Bau von Gaskraftwerken in Ungarn und der Slowakei und auch die Optionen in Rumänien. Hier habe E.ON vor wenigen Tagen eine Absichtserklärung als möglicher strategischer Investor für die Beteiligung am Neubau eines Kernkraftwerks in Cernavoda eingereicht.

In Deutschland rechnet der Energiekonzern damit, dass die Bundesnetzagentur bei ihrer anstehenden Entscheidung zu den Netzentgelten des Konzerns eine "deutliche Absenkung" anordnen wird. Im vergangenen Jahr hatte E.ON Energie für seine Regionalgesellschaften noch mit einer "leichten Absenkung" gerechnet. Anfang Juni hatte die Netzagentur bereits eine deutliche Senkung der Durchleitungsgebühren beim deutschen Branchendritten Vattenfall Europe angeordnet.

Zu den möglichen Konsequenzen der anstehenden Entscheidung der Behörde bei E.ON wollte sich Teyssen zunächst nicht konkret äußern. Er erklärte aber, ein Zurückfahren der Investitionen wäre in diesem Zusammenhang eine für alle Beteiligten "enttäuschende Antwort". Teyssen sagte zugleich, E.ON Energie werde die verordneten Entgeltsenkungen an die Netznutzer und Kunden weitergeben. Dies sei dann auch "im Sinne des Wettbewerbs".

Gleichzeitig kündigte E.ON an, seine Gaspreise möglicherweise zum 1. Oktober noch einmal anzuheben. Es gebe aber noch keine Entscheidung über eine Preisanpassung, sagte das zuständige Vorstandsmitglied von E.ON Energie, Walter Hohlefelder.