Teurer Plan

E.ON will nach Schottland expandieren

Nach der Beteiligung am britischen Versorger Powergen ist E.ON offensichtlich an weiteren Marktanteilen in Großbritannien und Schottland interessiert. Gerüchten zufolge wird momentan an einem Übernahmeangebot für Scottish Power gearbeitet - allerdings sind die Düsseldorfer nicht die einzigen Interessenten.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf/London (red) - Verschiedenen Presseberichten zufolge will der deutsche Energieriese E.ON den schottischen Versorger Scottish Power übernehmen. Am Wochenende hatten britische Sonntagszeiten von Gesprächen zwischen beiden Unternehmen berichtet, was bisher allerdings von den beteiligten Unternehmen nicht kommentiert wurde.

Laut "Sunday Times" arbeitet E.ON an einem Angebot über 600 Pence pro Aktie, insgesamt wären das knapp 20 Milliarden Euro. Anderen Analysteneinschätzungen zufolge steht momentan ein Kaufpreis in Höhe von 16 Milliarden Euro im Raum. Es gilt jedoch als sicher, dass E.ON nicht der einzige Interessent bleiben wird und mit Gegenangeboten rechnen muss. Auch von Seiten der britischen Energieaufsicht (Ofgem) ist Widerstand zu erwarten, da E.ON auf dem ohnehin von nur sechs Unternehmen dominierten englischen Strom- und Gasmarkt mit Powergen schon jetzt ein aktiver Player ist.

Obwohl sich beide Versorger bisher bedeckt halten, hat allein das Gerücht schon massive Auswirkungen auf den Aktienkurs von Scottish Power gehabt. Die Aktie liegt mit 580 Pence momentan ein Drittel höher als im Mai, allein gestern stieg sie von 560 auf 580 Pence. Wie weit E.ON gehen kann, ist auch unter Analysten umstritten - zwischen 600 und 650 Pence gilt als möglich.

Als Konkurrent von E.ON gilt insbesondere der kleinere britische Versorger Scottish & Southern Energy, der laut "Handelsblatt" wohl aber nicht mit der Finanzkraft von E.ON mithalten kann. RWE ist demselben Bericht zufolge nicht interessiert, ein großes englisches Energieunternehmen zu übernehmen.

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