Offshore

E.on will Milliarden in Bau von Windparks stecken

Der Energiekonzern E.on will für rund eine Milliarde Euro einen Windpark vor der deutschen Nordseeküste bauen. Das Projekt gehört zu einem größer angelegten Programm, das auch den Bau von Windparks vor der britischen und der schwedischen Küste umfasst. Insgesamt sollen sieben Milliarden Euro in Windkraft und andere erneuerbare Energiequellen investiert werden.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (afp/red) - Der Windpark "Amrumbank West" etwa 36 Kilometer südwestlich der Insel Amrum soll aus 80 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 288 Megawatt bestehen und ab 2015 Strom für etwa 300.000 Haushalte liefern, wie das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte.

Investition von sieben Milliarden Euro geplant

Das Projekt gehört nach Angaben von E.on zu einem Investitionsprogramm, mit dem der Konzern in den kommenden fünf Jahren europaweit sieben Milliarden Euro in den Ausbau erneuerbarer Energiequellen stecken will. Dazu gehöre auch der Bau je eines Windparks vor der britischen und vor der schwedischen Küste. "Erneuerbare Energien sind ein zentraler Pfeiler unserer Konzernstrategie und insbesondere Offshore-Wind ist eines unserer Wachstumsfelder", erklärte E.on-Vorstandschef Johannes Teyssen. "Amrumbank ist unser klares Bekenntnis zur Energiewende in Deutschland."

E.on, Deutschlands größter Energiekonzern, treib derzeit einen radikalen Konzernumbau voran, den das Unternehmen auch mit dem deutschen Atomausstieg begründet. Weltweit will das Unternehmen 11.000 seiner 79.000 Stellen abbauen, in Deutschland 6000. Unklar ist noch, wie diese Stellen gestrichen werden sollen.

Bau muss bis 2014 begonnen werden

Die Genehmigung für den Windpark "Amrumbank West" erteilte das zuständige Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg nach eigenen Angaben bereits 2004, für den Baubeginn gilt eine Frist bis 1. Mai 2014. Nach eigenen Angaben hat E.on in Schleswig-Holstein bereits eine Hochspannungsleitung gebaut, die den Anschluss von "Amrumbank West" und anderer geplanter Windparks an das deutsche Stromnetz ermöglicht und die Übertragungskapazitäten stärkt.

In der Nordsee entstehen derzeit mehrere sogenannte Offshore-Windparks. Das BSH hat 21 Projekte genehmigt, die von Energiekonzernen, Stadtwerkeverbünden und Finanzinvestoren realisiert werden. Bei den meisten soll der Bau zwischen 2011 und 2016 beginnen. Strom liefern bereits zwei Windparks im deutschen Teil der Nordsee: der als Testfeld konzipierte Windpark "Alpha Ventus" und der Windpark "Bard Offshore 1".

Offshore-Windparks gelten als eine der aussichtsreichsten Möglichkeiten, Strom aus erneuerbaren Quellen in großem Maßstab zu gewinnen. Sie sind ein wesentlicher Teil der Energiewende der Bundesregierung.