Hauptversammlung

E.ON will gleichhohe Beteiligung an Erdgasfeld wie BASF

Auf der Hauptversammlung des E.ON-Konzerns heute in Essen zeigte sich Vorstandschef Wulf Bernotat zuversichtlich, sowohl die Übernahme des spanischen Versorgers Endesa als auch die Beteiligung am russischen Gasfeld Jushno Russkoje noch in diesem Jahr erfolgreich abschließen zu können.

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Essen (ddp.djn/sm) - Der größte deutsche Energiekonzern E.ON strebt weiter eine gleichhohe Beteiligung an dem russischen Gasfeld Jushno Russkoje in Sibirien an wie BASF. In Gesprächen mit dem russischen Gasprom-Konzern um einen Einstieg habe man mittlerweile "erhebliche Verhandlungsfortschritte" erzielt, sagte E.ON-Vorstandschef Wulf Bernotat heute auf der Hauptversammlung in Essen. Eine endgültige Einigung sei aber noch nicht erreicht.

E.ON geht nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden davon aus, dass das Unternehmen bei einem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit dem weltgrößten Gasproduzenten Gasprom ebenso wie die Kasseler BASF-Tochter Wintershall mit 25 Prozent beteiligt wird. Damit wendet sich Bernotat gegen eine zwischen BASF und Gasprom bereits in der vergangenen Woche getroffenen Einigung, wonach Wintershall eine Beteiligung von 35 Prozent an dem Erdgasfeld erhalten soll.

Gleichzeitig bekräftigte Bernotat seine Entschlossenheit, bei der angestrebten Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa auf jeden Fall eine Mehrheitsbeteiligung anzustreben. Mit dem Management von Endesa habe man bereits "gute und konstruktive Gespräche" geführt. E.ON will für Endesa 29 Milliarden Euro bezahlen und würde mit der Übernahme zum weltgrößten Anbieter von Strom und Gas werden. Bernotat verwies zudem darauf, dass es erhebliche Zweifel daran gebe, ob das Vorgehen der spanischen Regierung bei der Schaffung neuer Zuständigkeiten bei Energieübernahmen mit dem EU-Recht vereinbar sei.

Zudem bestätigte Bernotat die Gewinnprognose für E.ON für das Gesamtjahr. Danach soll das Ergebnis vor Steuern und Zinsen nach dem Rekordgeschäftsjahr 2005 nochmals leicht zulegen. Der bisherige Geschäftsverlauf bestätige diese Erwartung. Wie bereits bekannt sollten die Aktionäre für 2005 eine Dividende von 7,00 Euro je Aktie kassieren.

Gleichzeitig bestellte der E.ON-Aufsichtsrat Christoph Dänzer-Vanotti mit Wirkung vom 1. Dezember 2006 zum Mitglied des Vorstands der E.ON AG sowie zum Arbeitsdirektor. Der 51-jährige Jurist tritt die Nachfolge von Manfred Krüper an, der zu diesem Zeitpunkt in den Ruhestand tritt.

Dänzer-Vanotti arbeitete zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundestag und war danach als Richter am Arbeitsgericht Oberhausen tätig. Anfang 1986 wechselte er zum RAG-Konzern, wo er verschiedene leitende Funktionen wahrnahm, zuletzt als Geschäftsführer der Umweltsparte. Von 1997 bis 1999 war Dänzer-Vanotti Mitglied des Vorstands der Edelhoff AG & Co. Anschließend wurde er in den Vorstand der RAG Coal International AG berufen. Seit Juli 2005 ist er Mitglied des Vorstands und Arbeitsdirektor der E.ON Ruhrgas AG.