LNG-Markt

E.ON will bei Erdgas mit Nigeria ins Geschäft kommen

E.ON will bei der Lieferung von Erdgas mit Nigeria ins Geschäft kommen. Dabei handelt es sich um sogenanntes verflüssigtes Erdgas (LNG), das die E.ON-Tochter Ruhrgas mit Tankschiffen nach Deutschland transportieren will. Der Energieriese will von unabhängiger von russischem Gas werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp-nrw/sm) - Nigeria und die gesamte Region Westafrikas sei für E.ON Ruhrgas in Zukunft vielleicht einer der wichtigsten LNG-Märkte, sagte Dietrich Gerstein, Leiter der LNG-Einkaufsdirektion, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". In Nigeria will E.ON Ruhrgas nach eigenen Angaben schon bald ein Büro eröffnen.

Der Iran, der hinter Russland weltweit die zweitgrößten Erdgasreserven besitzt, steht auf der Prioritätenliste ebenfalls oben. "Zwar halten wir uns an die politischen Vorgaben, dennoch bleibt der Iran für uns weiter interessant", sagte Gerstein. Wegen der politischen Umstände ist es derzeit aber unmöglich, mit dem Iran über Erdgas-Lieferungen zu verhandeln.

Von Interesse sind für E.ON auch die nordafrikanischen Staaten Ägypten, Libyen, Algerien und Mauretanien, die alle große Erdgasreserven besitzen. Diese Länder habe E.ON auch wegen ihrer geografischen Nähe zu Europa im Blickpunkt.

E.ON will sich durch neue Geschäftsbeziehungen in anderen Ländern unabhängiger machen von russischem Gas. 35 Prozent des gesamten Erdgasaufkommens in Deutschland im vergangenen Jahr (103,4 Milliarden Kubikmeter) kamen aus Russland.