Übernahmekampf

E.ON-Widersacher stockt bei Endesa weiter auf

Im Milliardenpoker um den größten spanischen Stromversorger Endesa hat der dortige Baukonzern Acciona seine Position gegenüber dem deutschen Bieter E.ON weiter verbessert. Das Unternehmen teilte in Madrid mit, es habe sich inzwischen die Option zum Kauf von 9,6 Prozent der Endesa-Aktien gesichert.

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Madrid/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Acciona hält bereits zehn Prozent und hatte eine Aufstockung seiner Beteiligung auf knapp unter 25 Prozent angekündigt.

Acciona erklärte weiter, dass es keine Pläne gebe, die Aktien an den Düsseldorfer Stromriesen E.ON zu verkaufen. Es gebe auch keine Gespräche oder Verhandlungen mit dem deutschen Energiekonzern.

E.ON selbst wollte sich nicht zu Acciona äußern. Das Strom- und Gasunternehmen wirft Acciona vor, irreführende Angaben zu seinen Endesa-Zielen zu machen und hatte den Baukonzern deshalb vor einem US-Gericht verklagt. Noch am Freitag sollte in New York eine weitere Anhörung in dem Fall stattfinden. Eine Entscheidung wurde allerdings noch nicht erwartet.

Das DAX-Unternehmen hatte Ende September in Reaktion auf den Acciona-Einstieg bei Endesa seine Offerte um etwa zehn Milliarden Euro auf rund 37 Milliarden Euro angehoben. Durch eine Übernahme würde E.ON zum weltweit größten Energiekonzern aufsteigen.

Wie am Montag bekannt wurde, hat E.ON eine neue Kreditlinie über 37,1 Milliarden Euro erfolgreich abgeschlossen und weiterplatziert. Diese Kreditlinie dient nach Unternehmensangaben zur Finanzierung des erhöhten Angebots von 35 Euro pro Aktie zur Übernahme von Endesa. Die Kreditlinie wird voraussichtlich durch verschiedene Anleihe-Emissionen, eigene liquide Mittel sowie - wenn notwendig - durch Veräußerungen und/oder eine Kapitalerhöhung refinanziert.