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E.ON weiter auf Einkaufstour: 1,9 Milliarden DM für kommunale Anteile an der EAM

Die E.ON Energie AG hat den kommunalen Anteilseignern des hessischen Energieversorgers EAM 1,9 Milliarden DM für ihre Anteile geboten, um die Mehrheit übernehmen zu können.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
Presseberichten zufolge hat der Münchner Energiekonzern E.ON Energie AG den kommunalen Anteilseignern der Energie Aktiengesellschaft Mitteldeutschland (EAM) in Kassel 35 Millionen DM pro Prozentpunkt - insgesamt 1,9 Milliarden DM - für ihre Anteile geboten. Im Moment gehören E.ON bereits 46 Prozent des hessischen Unternehmens, während die verbleibenden 54 Prozent die Stadt Göttingen, sieben hessische Sparkassen und 12 Landkreise halten. E.ON hat vor, die Mehrheit an der EAM zu übernehmen. Allerdings muss der EAM-Aufsichtsrat dem Verkauf der Anteile zustimmen.


Die Reaktionen auf das Angebot waren überwiegend positiv. Udo Schlitzberger (SPD), Landrat des Kreises Kassel, der 6,6 Prozent an der EAM hält und im Verkaufsfall mit 231 Millionen rechnen kann, empfand es als ein "ernsthaftes und prüfenswertes Angebot". Dabei müsste jedoch eine Abwiegung zwischen möglichen längerfristigen negativen Folgen für den Standort Kassel und den kurzfristigen Einnahmen stattfinden. Und auch Göttingens Oberbürgermeister, Jürgen Danielowski (CDU), gab offen zu: "270 Millionen DM sind eine Zahl, die in dieser Stadt jeden schwach macht." Göttingen hält 7,75 Prozent an der EAM.