Wegen Raumordnungsverfahren

E.ON verschiebt Bau von neuem Steinkohlekraftwerk

E.ON verschiebt den eigentlich für Oktober 2008 geplanten Baustart für das neue Steinkohlekraftwerk Staudinger um mindestens ein Jahr. Der Bau des neuen Kraftwerks im südhessischen Großkrotzenburg werde frühestens im Herbst 2009 beginnen, sagte eine Sprecherin der Konzerntochter E.ON Kraftwerke.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp.djn/sm) - Grund sei das im vergangenen August von der hessischen Landesregierung angeordnete Raumordnungsverfahren, das die zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen werde. E.ON wollte in den neuen Steinkohleblock mit einer Leistung von 1100 Megawatt rund 1,2 Milliarden Euro investieren. Wegen des späteren Baubeginns kann die Anlage frühestens 2013 ans Netz gehen und nicht schon wie geplant 2012.

Am Standort Staudinger wird bereits in insgesamt fünf Kraftwerksblöcken Strom erzeugt.

E.ON-Wettbewerber RWE hatte Ende November den Bau seines neuen Steinkohlekraftwerks im saarländischen Ensdorf komplett abgesagt. In einer Bürgerbefragung hatten sich 70 Prozent der Bevölkerung gegen das Projekt ausgesprochen. Der E.ON-Vorstandschef Wulf Bernotat erklärte, dass der Fall Ensdorf ihm große Sorgen bereite. Derzeit werde "die Kohle ins klimapolitische Abseits geredet, obwohl es um Investitionen in die Versorgungssicherheit in Deutschland" gehe, kritisierte Bernotat.