Enel siegt

E.ON verliert Bieterwettstreit um russisches Stromunternehmen

Im Bieterwettstreit um das russische Stromunternehmen OGK-5 hat der italienische Energiekonzern Enel den Zuschlag erhalten und damit unter anderem den deutschen Energieversorger E.ON ausgestochen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau/Düsseldorf (ddp/sm) - Wie die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires am Mittwoch berichtete, bot Enel bei der Versteigerung rund 1,52 Milliarden Dollar (1,12 Milliarden Euro) für 25,03 Prozent an dem russischen Konzern. Damit übertrumpfte Enel neben E.ON auch den weltgrößten Aluminiumhersteller UC Rusal und den zweitgrößten russischen Erdgasproduzenten OAO Novatek. Der Einstiegspreis habe bei 952 Millionen Dollar gelegen.

Der Düsseldorfer E.ON-Konzern bedauerte die Entscheidung zugunsten der italienischen Enel. "E.ON hätte gerne mit OGK-5 zusammengearbeitet", sagte ein Unternehmenssprecher. Welchen Preis das DAX-Unternehmen für das Anteilspaket geboten hatte, teilte der Konzern nicht mit. E.ON-Chef Wulf Bernotat hatte vor wenigen Tagen die Kosten für einen möglichen Einstieg bei der russischen Gesellschaft auf rund eine Milliarde Euro beziffert.

Unterdessen wurden Pläne von E.ON bekannt, wonach der Konzern mit einem internationalen Konsortium aus Energie- und Industrieunternehmen in Finnland ein neues Kernkraftwerk bauen will. Beteiligt sind neben dem deutschen Energieversorger der finnische Stahlkonzern Outokumpu, das schwedische Bergbauunternehmen Boliden und die finnischen Energieunternehmen Rauman Energia und Katternoe, wie Outokumpu am Mittwoch im finnischen Espoo mitteilte.

Für das Projekt gründe die Gruppe ein neues finnisches Energieunternehmen, hieß es. Das Kernkraftwerk solle zwischen 1000 und 1800 Megawatt Strom produzieren. Es werde zwischen 2016 und 2018 ans Netz gehen. E.ON wollte sich dazu zunächst nicht äußern.