Rechtsweg

E.ON verklagt Acciona im Kampf um Endesa-Übernahme

Der Kampf des Energiekonzerns E.ON um die Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa beschäftigt nun auch die Justiz. E.ON reichte gegen den Endesa-Aktionär Acciona Klage bei einem New Yorker Gericht ein, sagte eine E.ON-Sprecherin am Montag in Düsseldorf auf Anfrage.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Madrid (ddp/sm) - Acciona habe irreführende Angaben zu seinen strategischen Zielen bei dem spanischen Versorger gemacht., so die Sprecherin. Sie sagte weiter, es bestehe weder Klarheit über den Bestand an Endesa-Aktien, der derzeit von Acciona kontrolliert werde, noch über Vereinbarungen, die Acciona mit Dritten über einen weiteren Aktienkauf getroffen habe. "Wir wollen erreichen, dass Acciona seine Veröffentlichungen richtig stellt und einen weiteren Kauf von Endesa-Anteilen durch das Unternehmen verhindern", sagte die E.ON-Sprecherin. Die Endesa-Aktionäre müssten die Möglichkeit bekommen, eine Entscheidung "auf der Grundlage korrekter Informationen" treffen zu können.

Wie Acciona in Madrid mitteilte, wirft E.ON dem spanischen Energie- und Baukonzern vor, er wolle die Offerte des deutschen Konzerns für Endesa gemeinsam mit einer dritten Partei blockieren. Den Angaben von Acciona zufolge hat das Gericht in New York am Freitag entschieden, mehr Informationen über den Fall anzufordern. Eine von E.ON beantragte einstweilige Verfügung, mit der eine mögliche weitere Anteilsaufstockung bei Endesa durch Acciona blockiert werden soll, habe das Gericht aber abgelehnt.

Acciona hatte zuvor mitgeteilt, dass die Bank Santander Central Hispano einen weiteren Anteil von fünf Prozent an Endesa halte, der im Auftrag von Acciona erworben wurde. Acciona bezeichnete es aber als "absolut falsch", in einer gemeinsamen Aktion mit einer dritten Partei tätig zu sein. Auch gebe es keine Vereinbarungen mit der spanischen Regierung oder deren Holdinggesellschaft Sepi, die 2,95 Prozent an Endesa hält.