Milliarden-Deal

E.ON verkauft seine Beteiligungen an Stadtwerken

Der Enerigekonzern E.ON hat den Verkauf seiner Stadtwerke-Töchter Thüga, die an rund 90 Stadtwerken beteiligt ist, besiegelt. Käufer ist ein Zusammenschluss mehrerer Stadtwerke. Der Milliarden-Deal ist ein Höhepunkt des Trends, dass kommunale Unternehmen die Strom- und Gasversorgung wieder selbst in die Hand nehmen wollen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (afp/red) - Nach der Liberalisierung des Strommarkts 1998 haben viele Städte ihre Strom- und Gasversorger an die großen Energiekonzerne verkauft, um kurzfristig ihre Haushaltslöcher zu stopfen. Immer mehr Städte sind aber nun daran interessiert, die Versorgung mit Strom und Gas wieder in eigene Regie zu bringen.

E.ON verkauft Beteiligung an Stadtwerken

Ein Höhepunkt dieser Entwicklung ist der Verkauf der Stadtwerke-Beteiligungsgesellschaft Thüga. In ihrer Tochter Thüga, dem größten Netzwerk kommunaler Energieversorger in Deutschland, hatte E.ON mehr als 90 Minderheitsbeteiligungen an Stadtwerken gebündelt. Mehrheitseigentümer sind meist Städte und Gemeinden. In seiner Strategie einer internationalen Ausrichtung will sich E.ON nun von Beteiligungen in Deutschland trennen. Nun wurde der Verkauf besiegelt, der Kaufpreis beträgt rund 2,9 Milliarden Euro.

Stadtwerke kaufen Energieversorgung komplett zurück

Käufer der Thüga ist ein Zusammenschluss der Stadtwerke von Hannover, Frankfurt, Nürnberg sowie von fast 50 weiteren kleineren Stadtwerken. Damit haben sich einige deutsche Komunen einen Teil der Strom- und Gasversorgung komplett in Staatshand zurückgeholt. Die Thüga versorgte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 3,5 Millionen Stromkunden und 2,9 Millionen Gaskunden. Außerdem wurden demnach rund eine Million Kunden mit Trinkwasser versorgt.

Bei dem Verkauf werden die Thüga-Beteiligungen an der Berliner Gasag, an der HEAG Südhessische Energie, an den Stadtwerken Duisburg sowie an den Stadtwerken Karlsruhe nicht mit veräußert. E.ON will diese Anteile separat verkaufen.