Rahmenvertrag unterzeichnet

E.ON und Gazprom vereinbaren Beteiligungen

Die Energiekonzerne E.ON und Gazprom haben gestern einen Rahmenvertrag über den Tausch von Beteiligungen im Gasgeschäft unterzeichnet. Wie verlautet, erhält E.ON Anteile am sibirischen Gasfeld Yushno Russkoje und Gazprom im Gegenzug Unternehmensanteile in Ungarn.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ots) - Wie das deutsche Energieunternehmen mitteilt, beteiligt sich E.ON mit 25 Prozent minus eine Aktie am sibirischen Erdgasfeld Yushno Russkoje. Den Angaben zufolge verfügt Yushno Russkoje über Reserven von mehr als 700 Milliarden Kubikmetern und zählt damit zu den größten Gasfeldern der Welt. Im kommenden Jahr soll die Produktion aufgenommen werden. Die Jahresförderung wird bis zu 25 Milliarden Kubikmeter betragen. Diese Gasmenge entspricht dem jährlichen Verbrauch von mehr als 10 Millionen Haushalten, so E.ON.

Die Gasmengen aus der Beteiligung an Yushno Russkoje und den bereits bestehenden Gasfeldbeteiligungen in der Nordsee entsprechen nach Konzernangaben rund 15 Prozent des Gasbezugs der Konzerngesellschaft E.ON Ruhrgas.

Im Gegenzug für die Feldesbeteiligung erhält Gazprom Minderheitsbeteiligungen von jeweils 50 Prozent minus eine Aktie an den ungarischen Gasgesellschaften E.ON Földgaz Storage und E.ON Földgaz Trade, 25 Prozent plus eine Aktie am regionalen Strom- und Gasversorger E.ON Hungaria sowie einen zusätzlichen Ausgleich. Zusätzlich haben E.ON und Gazprom vereinbart, bei ausgewählten Gaskraftwerksprojekten in Europa zusammenzuarbeiten.

E.ON und Gazprom wollen bis zum Jahresende einen detaillierten Vertrag über den Anteilstausch abschließen. Die vorgesehenen Beteiligungen von Gazprom in Ungarn bedürfen zudem noch der Zustimmung der EU-Kommission und der ungarischen Behörden. E.ON-Vorstandsvorsitzender Wulf H. Bernotat sagte: "Die Beteiligung an Yushno Russkoje erweitert und vertieft unsere langjährige Partnerschaft mit Gazprom. Vor dem Hintergrund steigenden Bedarfs treffen wir Vorsorge dafür, dass auch künftig genug Erdgas in Europa zur Verfügung steht. Damit leisten E.ON und Gazprom zugleich einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung der Versorgungssicherheit in Europa."

"Die Unterzeichnung dieses Rahmenvertrags ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung der Zusammenarbeit von Gazprom mit ausländischen Unternehmen im Bereich der Gasproduktion auf der Basis eines wertmäßig gleichgewichtigen und strategisch attraktiven Asset-Tausches", betonte Alexander Medvedev, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der OAO Gazprom.

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