Verpflichtungszusagen

E.ON und EU-Kommission endgültig über Netzverkauf einig

Die EU-Kommission hat sich mit E.ON endgültig über einen Verkauf seines Hochspannungsnetzes und von Kraftwerkskapazitäten in Deutschland geeinigt. Damit würden die von E.ON angebotenen Zusagen rechtsverbindlich, so die Brüsseler Behörde. Die Kommission hat im Gegenzug wie angekündigt die laufenden Kartellverfahren im Strombereich eingestellt.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Brüssel/Düsseldorf (ddp/sm) - E.ON verpflichtet sich der Vereinbarung zufolge, das deutsche Höchstspannungs-Stromnetz sowie rund 4800 Megawatt deutscher Erzeugungskapazitäten zu verkaufen. Eine grundsätzliche Verständigung hierüber war von E.ON und der Kommission bereits Ende Februar bekanntgegeben worden. Im Sommer hatte die Kommission aber noch einen Markttest durchgeführt, bei dem Marktteilnehmer und Wettbewerber zu dem Vorhaben Stellung nehmen konnten.

Kommision: Mehr Wettbewerb im Strommarkt

EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes zeigte sich am Mittwoch sicher, dass die umfassenden Verpflichtungszusagen von E.ON die deutsche Stromlandschaft grundlegend verändern. Sie böten "Aussicht auf mehr Wettbewerb und größere Wahlmöglichkeiten für die Verbraucher". Über 20 Prozent der Erzeugungskapazitäten würden nun Wettbewerbern und neuen Stromerzeugern zur Verfügung stehen. "Dies sollte sich positiv auf die Strompreise auswirken", betonte Kroes.

E.ON: Zahlreiche Kaufinteressenten vorhanden

E.ON erklärte lediglich, jetzt könne der Veräußerungsprozess innerhalb der vorgegebenen Fristen beginnen. Vorstandschef Wulf Bernotat hatte vor zwei Wochen bereits angekündigt, der endgültige Verkaufsprozess werde wohl erst Anfang 2009 starten können. Bernotat hatte zugleich bekräftigt, dass E.ON zahlreiche Interessenten für das Netz habe.