Neue Runde im Übernahmepoker

E.ON und Enel verhandeln offenbar über Endesa

Im Übernahmekampf um den spanischen Energieversorger Endesa läuten die beteiligten Unternehmen die nächste Runde ein. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf informierte Finanzkreise berichtet, gab es am vergangenen Wochenende erstmals ein Treffen zwischen den Vorstandsvorsitzenden von E.ON und Enel.

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Madrid/Düsseldorf (ddp/sm) - Bei den Gesprächen zwischen den beiden Konzernchefs, Wulf Bernotat (E.ON) und Fulvio Conti (Enel), hat sich noch keine Einigung abgezeichnet, so ein Bericht des "Handelsblatt" (Mittwochausgabe). Allerdings sei die Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen auf beiden Seiten vorhanden gewesen. Sprecher der beiden Energieversorger wollten die Information auf Anfrage nicht kommentieren.

Die CNMV ratifizierte indes ihre Entscheidung, wonach Acciona und Enel innerhalb der kommenden sechs Monate kein Übernahmeangebot für Endesa abgeben dürfen und stärkte damit E.ON den Rücken, das sein Endesa-Gebot nun auf 40 Euro pro Endesa-Aktie erhöht hatte. Acciona und Enel, die zusammen rund 46 Prozent an Endes halten, wollen mindestens 41 Euro je Aktie bieten. Eine entsprechende Vereinbarung mit Enel gelte mindestens zehn Jahre, teilten die beiden Unternehmen mit.

Beide Seiten überziehen sich zudem mit Klagen. Bei Enel glaubt man dem "Handelsblatt" zufolge nicht an eine schnelle Lösung. Beide Seiten fühlten sich viel zu stark, so dass man nicht bereit sei, Kompromisse einzugehen, zitiert das Blatt Enel-Kreise. Letztlich laufe alles auf die Zerschlagung von Endesa hinaus. Während sich Acciona mit der Sparte erneuerbare Energien zufrieden geben könnte, dürften E.ON und Enel am Spanien-Geschäft Endesas interessiert sein.

Allerdings konnte E.ON erste wichtige Endesa-Aktionäre auf seine Seite ziehen, die Bank Caja Madrid will ihr 10-Prozent-Paket in den kommenden zwei Jahren zum Preis von 40,00 Euro je Aktie zu verkaufen. Zuvor hatten auch die Mitglieder des Endesa-Verwaltungsrates angekündigt, das Angebot aus Düsseldorf zu unterstützen. Ob E.ON damit allerdings eine Mehrheit bei Endesa erreichen kann, bleibt weiter fraglich.