Verlustgeschäft

E.ON trennt sich von MEMC

Da die Siliziumwafer-Aktivitäten nicht zum Kerngeschäft der E.ON AG gehören, trennt sie sich kurzfristig von der 71,8-Prozent-Beteiligung an MEMC. Infolge des Einbruchs auf dem Halbleiter- und Wafermarkt hat MEMC einen erheblichen Liquiditätsbedarf.

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E.ON gibt seine 71,8-Prozent-Beteiligung am Siliziumwafer-Produzenten MEMC (St. Peters/Missouri), einschließlich der Gesellschafterdarlehen für einen symbolischen Kaufpreis an den Finanzinvestor Texas Pacific Group (TPG), San Francisco, ab. Der Kaufpreis kann sich bei einer wesentlichen Verbesserung des MEMC-Ergebnisses im Jahr 2002 auf bis zu 150 Millionen Dollar erhöhen.

E.ON steigt damit kurzfristig und vollständig aus dem hochzyklischen Wafergeschäft, das derzeit von einem sehr schwierigen Marktumfeld geprägt ist, aus. TPG beabsichtigt, mit dem Vollzug der Transaktion die Kapitalstruktur von MEMC zu stärken und neue Finanzmittel zur Verfügung zu stellen. Die Transaktion soll im Laufe des vierten Quartals 2001 vollzogen werden. Bis dahin sind noch eine Reihe von Bedingungen zu erfüllen. Insbesondere müssen sich TPG und MEMC über die Einzelheiten zur Stärkung der Kapitalstruktur und der weiteren Finanzierung einigen. In Folge des Einbruchs im Halbleiter- und Wafermarkt seit dem Frühjahr diesen Jahres besteht bei MEMC erheblicher Liquiditätsbedarf. Da MEMC nicht zum Kerngeschäft zählt, ist E.ON nicht bereit, die Siliziumwafer-Aktivitäten weiter zu finanzieren.