Hochspannungsnetz

E.ON Stromnetz-Verkauf steht offenbar kurz bevor

E.ON steht offenbar kurz vor dem Verkauf seines Stromnetzes. Die Öffentlichkeit werde über den Verkauf des rund 10.000 Kilometer langen Hochspannungsnetzes voraussichtlich nächste Woche informiert, wie die "Financial Times Deutschland" aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen zitiert.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/red) - E.ON erfüllt damit eine Auflage der EU-Kommission einige Monate vor Ablauf der zweijährigen Frist. Für die Zusage, das Hochspannungsnetz sowie 4800 Megawatt Kraftwerksleistung zu verkaufen, hatte die Brüsseler Wettbewerbsbehörde im Sommer 2008 ein Verfahren gegen den Konzern eingestellt.

Gleicher Käufer wie bei Vattenfall

Als Käufer des Netzes kommt ein Konsortium aus Töchtern von Deutscher Bank und Goldman Sachs infrage, das sich auch mit der deutschen Tochter des schwedischen Konzerns Vattenfall bereits grundsätzlich über den Erwerb des 9700 Kilometer langen Stromtransportnetzes von Vattenfall für rund 500 Millionen Euro geeinigt habe. Der Aufsichtsrat habe nach Zugeständnissen an die Arbeitnehmerseite das Geschäft am Montag abgenickt, hieß es. Sprecher beider Unternehmen wollten sich gegenüber der Zeitung nicht äußern. Auch aus Vattenfall-Kreisen war letzte Woche zu hören, dass der Stromnetz-Verkauf kurz bevor stehe.

RWE und EnBW wollen Stromnetz nicht verkaufen

Die größten Transportnetzbetreiber RWE und EnBW hatten dagegen erklärt, an ihren Netzen festhalten zu wollen. Die Gründung einer einheitlichen Deutschen Netz AG, wie die Bundesregierung sie anstrebt, könnte damit nur gegen den Willen der beiden Konzerne durchgesetzt werden.