Gewinneinbruch

E.ON sieht sich schwierigen Zeiten gegenüber

Die nächsten beiden Jahre werden voraussichtlich schwierig für E.ON werden. Nach einem Milliardenverlust im Gashandel und durch die Belastung durch die Brennelementesteuer muss der Konzern dieses Jahr wohl einen deutlichen Gewinneinbruch hinnehmen. Eine Besserung ist erstmal nicht in Sicht.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München (dapd/red) - Deutschlands größter Energieversorger E.ON muss sich auf zwei magere Jahre einstellen. "Die nächsten zwei Jahre werden wirtschaftlich schwierig für uns", sagte Konzernchef Johannes Teyssen am Mittwoch bei der Präsentation der Konzernbilanz 2010. Der bereinigte Konzernüberschuss könne in diesem Jahr um fast 33 Prozent auf nur noch 3,3 Milliarden Euro sinken. Erst 2013 werde der Konzern wieder an die Gewinnzahlen von 2010 anschließen können, sagte der Manager.

E.ON kämpft derzeit gleich mit mehreren Schwierigkeiten. Allein die neue Brennelementesteuer werde den Konzern 2011 mit knapp einer Milliarde Euro belasten, sagte Teyssen. Doch auch im lange Zeit besonders lukrativen Gasgeschäft läuft es nicht mehr rund. Im Gashandel erwartet der Konzern im laufenden Jahr einen Verlust von rund einer Milliarde Euro.

Überfluss lässt Preise einbrechen

Der Grund: Der durch neue Fördertechniken ausgelöste Überfluss an Gas hat die Preise an den Spotmärkten weltweit einbrechen lassen. Sie liegen inzwischen unter den Abnahmepreisen, die E.ON in seinen langfristigen Lieferverträgen den Förderländern zugesichert hat. Der Gasverkauf ist für die Düsseldorfer damit zu einem Zuschussgeschäft geworden. Zwar verhandelt der Konzern inzwischen fieberhaft mit den Produzentenländern über eine Veränderung der Vertragskonditionen. Doch eine Einigung ist noch nicht in Sicht. Teyssen schloss deshalb auch aus, dass der Streit letztlich vor einem Schiedsgericht enden könne. "Wir können nicht auf die Dauer eine Milliarde Euro Verlust machen."

Veränderte Situation auf dem Gasmarkt

Der E.ON-Chef betonte, die Situation auf dem Gasmarkt habe sich grundlegend geändert. Gas habe gegenüber Mineralöl an Wert verloren. Doch könne das gesunkene Preisniveau dem Gas auch neue Wachstumschancen eröffnen. Der Konzern steigerte 2010 nicht zuletzt dank eines wachsenden Energiehandels seinen Umsatz um 16 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbesserte sich um 2 Prozent. Der bereinigte Konzernüberschuss lag allerdings mit 4,9 Milliarden Euro um 4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Hier hätten sich bereits erste Auswirkungen des Energiekompromisses um die Verlängerung der Reaktorlaufzeiten ausgewirkt, sagte Teyssen.

Die Zukunftsprognose des Düsseldorfer Energieriesen fiel damit ähnlich düster aus wie die des Essener Konkurrenten RWE. RWE hatte vor kurzem für das laufende Jahr einen Rückgang beim Betriebsergebnis von 20 Prozent und eine Verminderung des Nettogewinns um 30 Prozent angekündigt.